
Eines schönen Tages machte ich mich auf den Weg in das beschauliche Boostedt. Dort angekommen setzte ich mich mit meinem besten Freund zusammen und bastelte an meiner kreativen Einladung zu meinem Geburtstag. Da ich dieses Jahr am “Freitag dem 13ten” Geburtstag habe kam ich auf die Idee meine Einladung gruselig und multimedial zu gestalten. Also schmissen wir alle möglichen und unmöglichen Ideen zusammen, um dann die möglichen Ideen wieder zu verwerfen und dem Wahnsinn verfallen dann einen Audiotrailer zu basteln, der beim Hören nur einen Bruchteil so viel Spaß machen kann, wie wir beim erdenken und produzieren hatten.
Doch auch bei geistiger Arbeit sehnt sich der Körper irgendwann nach Futter. Männlich wie wir sind einigten wir uns recht schnell auf den Klassiker unter den Fastfoodmöglichkeiten: Die legendäre “Mantaplatte Schranke… ohne rot” (auf deutsch: Currywurst – Pommes mit Majo)
Unbedarft und ahnungslos setzten wir uns ins Auto und steuerten einen nahegelegenen kleinen Imbiss an. Frohen Mutes betraten wir den Laden, den mein Gegenüber schon mal frequentiert hatte. Der Laden selbst war eigentlich zum Umfallen zu klein und hinter der Theke standen zwei Frauen vertieft in ihre Arbeit. Es lag der Geruch von Fett in der Luft und im Hintergrund ratterte ein Spielautomat und versuchte Neugierige damit in seinen Bann zu ziehen.
Schnell wurden wir auch unsere Bestellungen los, wobei die Mitarbeiterin nicht so furchtbar viel Geschick bei der Aufnahme unserer Wünsche bewies. Es sollte sich, um den Spannungsbogen ein wenig abzuflachen, noch herausstellen, dass diese Frau grad eingearbeitet wurde und jetzt schon anscheinend am Rande der geistigen Aufnahmefähigkeit operierte.
Während unsere Bestellung vor sich hinbrutzelte gönnte ich mir vor der Tür einen Glimmstengel. Kaum zu glauben, dass Rauchen tatsächlich mal die Alternative sein kann, die wahrscheinlich unterm Strich auch noch gesünder war, als die Luft in dem Telefonzellengroßen Ladengeschäft.
Doch wenn wir geahnt hätten, welch Entertainment Möglichkeiten in den beiden Angestellten gesteckt hat, dann wären wir sicherlich den gesamten Herstellungsprozeß über in dem Laden drin geblieben, auch wenn ich nach kurzem Zuhören der Gespräche drauf und dran war den Laden zu verlassen. Ich konnte nicht mehr.
Als wir wieder reinkamen erklärte die alte der neuen Angestellten den Ablauf der Bestellung:
“Also, wenn ein Kunde was bestellt, dann schreibst du das hier auf den Zettel und klebst das da hin. Wir arbeiten da mit Abkürzungen. Frika zum Beispiel ist unsere Abkürzung für Frikadelle.”
Ausgefuchst… und ich dachte, dass man das mit Delle viel besser abkürzen kann. Auf Frika wäre ich nun nicht gekommen. Schon allein, weils dämlich klingt… fand auch die neue Mitarbeiterin, versuchte sich das aber noch abzuspeichern.
“Hähnchen-Popcorn wird bei uns H-Pop abgekürtzt.”
Mal abgesehen davon, dass ich keinen blassen schimmer habe, was Hähnchen Popcorn ist, leuchtet das ein. Der neuen Mitarbeiterin schienen allerdings die Falten auf der Stirn zu wachsen. Wahrscheinlich war sie mit dem Konzept des Hähnchen Popcorns auch nicht vertraut. Wir haben uns nicht getraut zu fragen.
“Chicken Crossies kürzen wir mit CC ab.”
Leuchtet ein
“Kinder Crossies kürzen wir mit CC ab.”
Leuchtet ein… hey… moment mal…. Kind wird doch nicht mit C geschrieben… und überhaupt. War da nicht schon was mit CC?

An dieser Stelle blendete ich mich aus der Erklärungswut aus: Ich musste mich ablenken. Leichte Tränen fanden sich in meinen Augenwinkeln. Es war einfach zu göttlich. Statt dessen wurde von mir die Karte studiert. Auch mein Kumpel suchte Ablenkung und stupste mich irgendwann an.
Auf der Karte fand sich auch ein Gericht, das sich so gar nicht in unsere Gehirnwindungen visualisieren wollte.
Neben Currywurst und Frika(delle) fanden sich auch da die CCs und ein Gericht namens “Kinder Hindernis”
Auch hier ist meine Fantasie, wie auch schon beim Hähnchen Popcorn, massiv mit dem Namen überfordert. Kann man keine Kinder bekommen, wenn man das isst? Werden die Blagen beim Verzehr dran gehindert zu nerven? Ich weiß es nicht und hatte ehrlich gesagt auch ein wenig Angst zu fragen. Die Realität kann ja manchmal grausamer sein als jede Fantasie.
Zum Glück wollte in der Zwischenzeit die Bedienung unser Essen auf Teller drapieren und wir mussten tatkräftig einschreiten, da wir ja zu Hause essen wollten. So hatten wir bis zum Verlassen des Ladens keine Chance mehr noch mehr Merkwürdigkeiten in diesem kleinen Skurrilitätenkabinett zu finden.
Das Essen selbst war… nett. Kein Festival für Geschmacksknospen aber auch zum Glück keine bleibenden Schädigungen. Könnte man durchaus mal wieder machen, auch wenn ich Ketchup und Currypulver einer milden Currysauce vorziehe.
Alles in allem hatten wir an diesem Tag sehr viel Spaß… und ne Currywurst.

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