Nein. So fängt der Beitrag schon mal völlig falsch an.
Ich glaube nicht. Doch auch das ist nicht so wirklich richtig, wenn man sich meine Entwicklung in den letzten Jahren immer mal wieder ansieht.
Ich glaube Eigenständig.
So wird ein Schuh aus dem, was ich so umständlich versuche hier zu propagieren.
Ich bin aus der Kirche ausgetreten. Ein Schritt, der mich sehr viel Zeit gekostet hat und sehr viel Überwindung. Schließlich ist einem in der Erziehung lange Zeit indoktriniert worden, das nur ein Mensch, der in der Kirche ist auch ein Recht hat an Gott zu glauben.
Das ist ungefähr so, wie nur ein Parteimitglied ein Recht hat die Partei zu wählen oder aber auch nur ein Supporter einer Fußballmannschaft sich als Fan bezeichnen darf.
Und da wäre ich auch gleich schon bei dem passenden Wort. Ich bin ein Fan von Gott. Allerdings mehr so in der Art wie Kevin Smith. Sein Buddy Jesus ist aber auch eine exzellente Kritik an Dogmatismus.
Nun ist es nur noch schwierig für mich meine Konfession zukünftig anzugeben. Bin ich jetzt immer noch evangelisch, auch wenn ich die Kirche nicht mehr unterstütze und mich von ihr abgewandt habe, oder muss ich die Frage auf Konfession in Zukunft verneinen und als Heide meinen Weg durch die Welt beschreiten?
Eine Frage, die mich zwar nicht rastlos macht, aber zumindest nachdenklich. Darf ich noch Glauben oder muss ich mir das abgewöhnen, weil ich das Prvilieg verwirkt habe. Ist es letztlich vielleicht sogar so, dass der Glaube ähnlich ist wie das Fernsehen? Zahle ich keine GEZ Gebühren, so habe ich keinerlei Recht auf Fernsehen?
Ja gut. Dieser Vergleich hinkt, weil es im Fernsehen ja auch mehr als ein Programm gibt. Doch genau genommen gibt es das ja bei Gott auch. Denn wie viel evangelische Programme gibt es im großen Gott TV. Und auch die Sparte Katholiken ist ja immer noch auf dem Christen Channel zu finden.
Die Frau auf dem Standesamt konnte mir meine Fragen auch nicht beantworten, war aber erstaunt, dass sich mit diesen Fragen jemand auseinandersetzt. Die meisten würden diesen Schritt wagen um die eigene Kasse ein wenig aufzubessern.
Das war auch mein Grund. Das will ich nicht verhehlen. Doch in dem Moment habe ich geglaubt das Richtige für mich zu tun. Das ist in diesem Zusammenhang auf jeden Fall das Wichtigste.
Ich kenne andere Leute, die aus der Kirche austraten und den Betrag, den sie dadurch gespart haben, 1 zu 1 spendeten um nicht in den Verdacht zu kommen dies wegen Geld zu tun und auch da stößt mir auf, dass man sich und seiner Umwelt beweisen muss, dass man nicht so niedere Motive wie das Geld hatte für diesen Schritt.
Ich für meinen Teil bin gespannt wie mein Weg weiter aussehen wird und ob sich Gott von mir abwendet oder ob ich als Schwarzgläubiger dennoch in den Himmel komme und sei es nur, damit ich auf der Castingcouch für die Stelle bei den Angels im Recall durchfalle.
Sonntag, 4.März 2007 um 22:50
Warum kommt mir das nur so bekannt vor?
Ach ja, weil ich das so oder in einem leicht anderen Wortlaut schon sooo oft gehört habe, dass ich mich immer wieder wundere, dass jemand glauben kann er/sie wäre damit der einzige.
“Ich will das Geld sparen und ausserdem fühl ich mich da eh nicht wohl und damit ist mein Gewissen wieder rein denn weil ich ja nicht einfach nur so ausgetreten bin, sondern mal ne Weile drüber nachgedacht habe, bin ich was besseres als die feigen Loser, die einfach nur so zum Geld sparen austreten.”
Glaube und Kirche sind unabhängig von einander. Zu glauben, Gott müsse Dir jetzt zürnen, weil Du aus einer seiner zahlreichen Fanclubs ausgetreten bist, grenzt an eine Selbstüberschätzung, die ich nicht mal Dir zugetraut habe.
Entweder man glaubt, oder man glaubt nicht. So einfach ist das.
Und wenn man keine Kirchensteuer zahlen will, weil man mit dieser Kirche, zu der man eben aktuell gehört, nichts mehr zu tun und daher sie auch finanziell nicht unterstützen will, sollte das deinem Glauben keinen Abbruch tun.
Es wäre natürlich eine Möglichkeit, sich mal schlau zu machen, was mit dem Geld passiert, das man bezahlt. An welche Gemeinde es geht, ob damit geholfen wird oder ob es für teure Bischofsautos verprasst wird.
Dann tritt man eben aus oder man sucht sich eine neue Gemeinde, einen neuen “Fanclub”.
So wie wir das gerade tun. Und wahrscheinlich die römisch-katholische Kirche verlassen und Altkatholiken werden. Vielleicht. Alles zu seiner Zeit.
Man kann aber auch einfach Geld sparen. Und dazu stehen, wie zum gebuchten Pornokanal im Hotelzimmer, ohne sich dafür abfeiern zu lassen, dass man ja wenigstens vorher mal über Gott nachgedacht hat.
*kopfschüttel*