Comedy Tapete

Als mir neulich mal wieder langweilig war kehrte ich im Hotel Astor ein und bestellte mir ein König Pils. Zwar hatte ich schon vorher in anderen Kneipen mächtig getankt, aber ein Bier geht ja immer bekanntlich noch. Der Mann hinter der Theke war zuerst von meiner Bestellung nicht sehr angetan und murmelte sich nur einige unverständliche Worte in den Barth.

Nach einiger Zeit die ich geduldig damit verbrachte zu warten, das er auch mal meine Bestellung bearbeitete versuchte ich ihn zu rufen. Dies blieb erfolglos. Es kam sogar soweit das mir dieser einfach den Rücken kehrte. Wie von Sinnen stand ich auf und klopfte dem Barkeeper an den Kopf.

„Hey. Ich will sofort ihren Vorgesetzten sprechen“
Bei der Erwiderung verstand ich auch sofort das Problem des Barkeepers.
„ Nontschew da“ sagte dieser in einem Akzent der so wenig zu einem Barkeeper passte wie ein Waalkes ist. „ du nix Pocher an meine Kopfe bitte. Was du wollen?“

„Lies es mir von der Lippe ab. Ich möchte ein König Pils aber Dall-i.“

„Ah eine Biere. Balder haben eine Biere.“ Meinte der Barkeeper und ging ab wie Schmidts Katze.

Ein Freund von mir trat plötzlich an meine Seite und meinte zu mir:
Mensch Malte, Hoffmann das de Kerl das heute noch schnallt. Ick wart schon siet ten Klocke auf mien Bier.“

Er war vom Dorf und versuchte mir in seiner Sprache mit zuteilen, dass er schon seit zehn auf sein Bier wartete. Ich versuchte ebenso zu antworten: Watt? Das ist doch schon fast Olm?“

„Ölm heisst datt. Du kannst einfach kein platt.“ Und lachte mich aus.
Schließlich kam der Barkeeper mit zwei Bier bei uns an und stellte sie ab:
„Esse tute mir Leid. Spüle sein defekt und ich abe keine sauberen Gläser mehr gehabt. Nun iche abe genommen alte. Da ist etwas Kalk, ofe es nicht zu schlimm.“

„Datt is mir hier zu Herb, Ig go rut uf de Stratmann. Tschüß“
mein Freund drehte sich um und verließ das Hotel.
Ich rief ihm noch nach:
„ Wenn du raus auf die Strasse gehst vergiss nur nicht deinen Schal. Schließlich ist Herbst und Nuhr hier drin Bullyg warm.“

Ich überlegte noch ob das überhaupt stimmte. Nein stellte ich fest. Auch hier drinnen frier ich friedlich vor mich hin.

„Hey Barkeeper. Das ist kalt hier drinnen. Ich denk du kommst aus nem wärmeren Land, dann dreh mal die Heizung auf. Da ists im Asül ja noch wärmer.“

„Bitte nicht Asül, ja? ElTon von dir war nixe nett. Biste keine Engelke?“

Bei dem Wort Asül schreckte der Barkeeper auf und verschwand nach dem Satz spurlos.
Ich freute mich, da er vergessen hatte mir die Zeche zu berechnen. Aber dann dachte ich mir: Lachmann nicht zu früh. Wer weiß was da noch kommen mag.

Plötzlich tippte mir ein wohlGenährter Schrank von einem Menschen auf die Schulter:

„Hamann n Problem Olter“ sagte der Mann in einer Stimme die an den Gouverneur von Kalifornien erinnerte.“
„Ich hab kein Problem. Ich möchte Nuhr in Ruhe austrinken und dann gehen.“

„Yanar, du wuillst jetzta scho gehen. Bei mir dahoam ham Mierendorf krug, da schmeisst man solche Leute einfach naus und die kommen nimma wieda. Wie heisst?“

„Ich bin der Herr Schneider“ sagte ich geistesgegenwärtig um nicht meinen wahren Namen zu nennen.

„Ok. Es ist draussn noch hell. Geh Schneider. Sonst mach ichs dir zappenduster. Vielleicht nimmt di a Tramitz.“

Der Mann wusste gar nix. Eine Straßenbahn gab’s schon seit etlichen Jahren nicht mehr in Kiel. Als ich ihm das sagte wurde er immer größer und meinte:
„Du bekommst gleich was vor de G-Oschmann.“

„Na ja. Ich geh mal schauen. Vielleicht fahren ja noch Busse“
Ich stand auf und nahm meine Sachen. Ich konnte von G-Lück reden, das ich noch heil war. Der Mann war Stimmungsmäßig am Minus Pohl. Stelter doch noch diesen eigentlich sogar in den Schatten.
Ich ging.

„Ja geh nur. Durch die Hallervorden und dann naus.“

Wohlgemuth trat ich ins Freie und stellte fest das um diese Zeit auch keine Busse mehr fahren. Doch durch Zufall kam eine Bekannte von mir in diesem Moment vorbei.
Das war schon wieder G-Lück, da ich selbst nicht mehr hätte fahren können. Ich hatte schon einen ziemlichen Brandt dachte ich mir und fürchtete auch zu Hause das Alka Seltzer mit dem Badesalz verwechseln zu können. Wäre aber sicher interessant mit Schaum vorm Mund aufzuwachen.

Doch das blieb mir alles durch meine Bekannte erspart. Ich dachte mir noch und schlang mich in ihren Arm.

Dann geh ich eben Mittermeier heim.

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