Nachruf

Liebe Evelyn, du hattest immer ein perfektes Timing. Nur diesmal nicht. Du hast die Reihenfolge nicht eingehalten. Na Warte!“

Loriot über Evelyn Hamann

So soll ein Tag sein

V_WATER
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„Was ihr wollt“ im Kieler Schauspielhaus


„Wenn Musik die Nahrung der Liebe ist, so spielt fort; gebt mir im Übermaß davon, damit das Verlangen am Überfluss erkranke und so sterbe.“

Was ihr wollt – 1. Akt, 1. Szene / Orsino
(William Shakespeare)

Ich liebe Shakespeare und so kann es in die Theatersaison 2007 für mich auch keinen schöneren Einstieg geben als mit einer Inszenierung eines seiner Stücke. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich bisher einen großen Bogen um alles von ihm machte, was in den komischen Bereich geht. Ich kann (oder vielmehr konnte) mir einfach nicht vorstellen dass ein Mann dessen geschickte Hände solch unschätzbar wertvolle Dramen verfassten auch ein Gespür für die natürliche Komik des Lebens hat.

Anfänglich hatte ich zugegeben mit dem Aufbau des Stückes einige Probleme, doch so geht es mir zumindest in den ersten 5 Minuten im Theater meistens, bis man die Wellenlänge des Regisseurs und der Darsteller gefunden hat, so das denn möglich ist.

Das Bühnenbild ist interessant gestaltet. Mit einem allumfassenden Bilderrahmen und vielen Vorhängen, die der Fantasie freien Lauf lassen um sich die einzelnen Szenerien selbst auszumalen. Und so ist die Handlung mal im Rahmen, mal davor, und mal benutzt man ihn als Sitz oder sonstiges. Ein Spiel mit dem, was da sein sollte, aber nicht ist.

Das Ensemble des Kieler Schauspielhauses kann in diesem Stück sehr überzeugen in meinen Augen, auch wenn die Kritiker der Presse wohl eher geteilter Meinung sind.

In schwerem Sturm versinkt ein Schiff. Ein Zwillingspaar kann sich retten: Viola, die ihren Bruder Sebastian für tot hält, ist kaum gestrandet, schon tritt sie – als Mann Cesario verkleidet – in die Dienste des Herzogs Orsino. Der Herzog, der schon lange vergeblich die schöne Gräfin Olivia umwirbt, schickt Viola als Liebesboten zu ihr. Doch Olivia will noch immer nichts von Orsino hören, verliebt sich dafür jedoch auf der Stelle in den schönen Boten. Cesario muss Olivia natürlich zurückweisen – schließlich ist er nicht das, wofür man ihn hält und hat sich außerdem selbst unsterblich in Orsino verliebt.

Zu diesem Hauptstrang kommen noch viele kleine Irrungen und Wirrungen der exzentrischen Mitbewohner des Landes Illyrien, die auf liebevolle Art und Weise dazu beitragen die Haupthandlung mit dem Erscheinen des Todgeglaubten Zwillingsbruders auf die Spitze zu treiben.

Ich kann einen Besuch im Kieler Schauspielhaus sowieso jederzeit empfehlen und Shakespeare in dieser Form lohnt sich allemal. Denn sowohl Neuzugänge als auch alte Hasen überzeugen auf klarer Linie durch ihre Interaktion.

Mein heimlicher Favorit ist nach genauerer Betrachtung der Narr der Gräfin Olivia, der von Zacharias Preen gespielt wird. Ein Mann der nicht nur allen anderen, sondern auch sich selbst stets den Spiegel vorhält.

Ein Stück, bei dem ich glatt noch ein zweites Mal schwach werden würde.

Falls jemand zufällig partout Interesse verspürt:

HIER sind die Termine an denen das Stück nochmals aufgeführt wird.

Kinder Cops statt Lynch Mob

In unseren Landen diskutiert man derzeit darüber ob Kinder als Testkäufer für Alkohol und Tabak eingesetzt werden dürfen und sollen. Von Kindesmissbrauch und Kinderarbeit ist auf der Gegnerseite die Rede, von einem notwendigen Instrument zum Kinderschutz bei den Befürwortern.

Recht haben aus ihrem speziellen Blickwinkel natürlich beide Seiten, doch sehe ich die Wahrheit wie so häufig irgendwo dazwischen und bin eigentlich recht positiv dieser Idee zur Sicherung der Kinderinteressen gegenüber.

Jedenfalls ist es mir lieber, das ein paar gefestigte Kinder für den Staat spitzeln und damit etwas Gutes tun, als wenn sich die Kiddies immer wieder Stoff besorgen können an ihren speziellen Quellen.

Mir ist das jedenfalls lieber, als die bolivianische Art an dieses Problem heranzutreten. Dort zieht schon seit Tagen immer mal wieder ein gut besuchter Mob los und demoliert Kneipen und will so dafür sorgen, dass ihre Kinder nicht an Alkohol kommen. Die wären wahrscheinlich froh drüber, wenn der Staat eingreifen würde zum Schutz von Jugendlichen.

So interpretiere ich zumindest deren nonverbale Kommunikation auf Zerstörungsbasis.
Natürlich sind das zwei unterschiedliche Länder und Kulturen (usw.) und der durchschnittliche Deutsche ist auch zu träge dazu einen Mob zu formieren, doch zeigt in meinen Augen ein solches Extrem, dass ein Staat sich auch zu sehr aus sensiblen Themen raushalten kann.

Zumindest gibt man von Seiten der Politik in Deutschland zu, dass man aktuell über kein geigneteres Modell verfügt um die Verbote zu kontrollieren ohne das Ergebnis zu verfälschen und die Verkäufer zu sensibilisieren und abzuschrecken.

Karstadt

Warmer Wind blies mir ins Gesicht, als ich von der Straße kommend die heiligen hallen des hiesigen Karstadt betrat. Nach einem Besuch bei der Post wollte ich noch nicht sofort wieder nach Hause und beschloss ein wenig die Technikabteilung von dem laden zu durchstöbern. Diese ist im dritten Stock. Zielstrebig durchwanderte ich die Herrenabteilung auf dem Weg zur Rolltreppe um an mein ziel zu gelangen.

Ich ließ dabei keinen Zweifel offen, dass ich mich nicht nach links und rechts umschaue, sondern genau weiß was ich tue, was sich auch widerspiegelte in der Schrittlänge die mich von einem Suchenden unterscheiden sollte.

Dennoch wurde ich kurz vor der Treppe von einer freundlich grinsenden Verkäuferin gestellt. Sie baute sich seitlich von mir auf. So wirkte sie interessiert und stand mir doch auch irgendwie im Weg während sie vermittelte mir zur Seite stehen zu wollen.

Mit gefalteten Händen und einem gekonnt leicht geneigten Kopf sprach sie mich sogleich an:
„Suchen sie etwas Bestimmtes?“

Blöde Frage. Wie reagiert man denn am Besten auf so was?

„Ja. Die Rolltreppe.“ Entgegnete ich und deutete breit grinsend auf mein schon längst anvisiertes Ziel. Ich hatte es ganz allein ohne sie gefunden.

Ihr Blick zeigte nun wenig Begeisterung. Sie wirkte so, als wenn ich sie verarschen wollte und das ließ ich diesmal im Raum stehen. Hätte sie jedoch diesen Gedanken laut ausgesprochen hätte ich mir bestimmt Hausverbot eingehandelt indem ich erwidert hätte:

„Wer hat denn angefangen?“

Ich drückte mich freundlich grinsend an ihr vorbei und war froh, diese Situation hinter mir zu haben. Von ihrem Blick immer noch durchlöchert betrat ich die Rolltreppe und entschwand somit aus ihrer Zuständigkeit und ihrem Leben ohne mich auch nur noch einmal umzublicken.

Rhabarber Barbara

Ein Klassiker unter den Zungenverknotungswerkzeugen. Noch nie so schön dargestellt wie in diesem kleinen Video.

Ich geh mir jetzt nen Rhabarberkuchen kaufen.

Neulich beim Nobelpreiskomitee

„Wir müssen uns dringend was einfallen lassen. Der Bush muss irgendwie mitbekommen das wir mit seiner Politik nicht glücklich sind. Ich fürchte es reicht da nicht aus ihn bei der Vergabe von Preisen wie bisher zu ignorieren.“

„Wie wäre es denn, wenn wir eine neue Sparte einführen? Den Nobelpreis in der Kategorie kreative Geschichtsdarstellung oder den Feldzugsnobelpreis?“

„Glaubst du nicht, dass das der Grundidee ein wenig entgegenwirken würde?“

„Wieso? Der Nobel hat doch auch das Dynamit erfunden und das Ballistit und so weiter!“

„Im Testament steht aber was von größtem Nutzen für die Menschheit. Das führt uns alles in die falsche Richtung. So kommen wir nicht weiter.“

„Ich hab eine glorreiche Idee. Wie wäre es, wenn wir Al Gore einfach den Friedensnobelpreis verleihen?“

„Das wäre ja fantastisch. Ein genialer Schachzug. Brillant. So machen wir’s“

Bye Bye Bruce again

Der Abschied von Bruce Darnell war schon schwer genug als die letzte Staffel von Germanys next Topmodel mit einem gebührenden Ergebnis zu Ende ging. Aber nun kommt es noch dicker.

Die beliebte afroamerikanische Catwalk Tucke wird bei der nächsten Staffel von Germanys next Topmodel nicht mehr dabei sein und ich selbst sehe darin einen massiven Einschnitt in den Spaß am Schauen.

Denn ich kenne keinen Menschen der sich auch nur annähernd so gelassen selbst feiern kann und dabei noch einigermaßen Stil bewahrt wie dieser Mann. Selbst in den Pool plumpsen macht er irgendwie zu einem Happening, das einer Diva gerecht werden würde.

Apropos in den Pool plumpsen. Das sehe ich dann für die Einschaltquoten der Show auch irgendwie kommen, denn Heidi Klum allein ist nicht so unschlagbar wie dieses Vierergespann aus der letzten Staffel.

Ich bin zwar weiterhin wohlwollend gespannt, auch wenn ich erstmal mehr von Barbara sehen möchte und werde mir als Fashion Laie sicher auch mal die eigene Show von Bruce in der ARD ansehen um mir ein Urteil zu bilden.

Olivia Jones bei der NPD

Bei Creezy stolperte ich über diesen couragierten Beitrag in dem sich Olivia Jones für Xtra3 in die Höhle des Löwen begibt. Direkt auf eine Wahlkampfveranstaltung der NPD.

Ich ziehe meinen Hut vor so viel Souveränität und dieser gehörigen Portion an Situationskomik, die durch diesen Beitrag vermittelt werden.

Vor allem mag ich die versteckte Intention, die nebenbei noch mitschwingen mag.
Wir sind nicht bereit euch eine Plattform zu geben und wenn wir über Euch berichten, dann als Satire.

"Boditalk" oder "Ruf mich an!"

Seit Menschengedenken gibt es das Thema Sex. Zu Anfang aus reiner Formsache zur Arterhaltung. Einige Zeit später, als man feststellte, dass die Art wohl schon ganz gut erhalten ist ging man dazu über auch mal einfach so aus purer Freude an der Sache sich mal nahe zu sein. Ist ja schließlich auch die schönste Nebensache der Welt.

Schon vor langer Zeit kamen unser Aller Vorfahren dann auch auf die Idee, dass man nicht nur zu zweit Spaß haben sondern Sex auch im Patience Modus viel Potential entwickeln kann. Vorausgesetzt natürlich man weiß was man will und wie man es bekommt.

Manch einer hat dazu auf Hilfsmittel zurückgegriffen. Ein Trend, der durch die Erfindung des Plastiks zwar erst so richtig in Fahrt kam, aber auch in der Antike schon Zuspruch fand.
Die alten Ägypter konnten in dieser Hinsicht offensichtlich einiges bieten, was nicht nur Pyramide war und so bastelte sich die reizende Cleopatra für die Zeit wo sie nicht durch Römer okkupiert wurde dann auch einen solchen Luststab für Notfälle.

Ein Trend der die Jahrhunderte und sogar Jahrtausende überdauern sollte und wie eben schon angesprochen in der modernen Welt ganz neue Dimensionen erlebt. Ebenso wie es neue Dimensionen bei der Eroberung der Welt selbst gibt. Der Liebste arbeitet heute vielleicht statt im Dorf nebenan mal eben an einem Wolkenkratzer in New York oder programmiert Software für einen chinesischen Investor in einer taiwanesischen Metropole.

Damit man trotzdem zu Hause seine ehelichen Pflichten erfüllen kann erfand irgendein schlauer und wahrscheinlich stark unter Druck stehender Mensch den Telefonsex. So konnte man der Liebsten beim Zu Bett gehen noch einen schönen Moment verschaffen, während man selbst grad in der Mittagspause mal eben auf Klo verschwunden ist oder sich sein Frühstück in einem japanischen Fastfood Tempel aushändigen lässt.

Der Ort ist dabei ebenso romantisch wie das Gespräch an sich. Man ist intim, und freut sich, wenn der Partner zum Höhepunkt kommt, auch wenn man selbst irgendwie immer nicht so ganz bei der Sache ist, weil man ja schließlich nicht in der Situation und auch sonst nirgendwo drin steckt.

Doch ist Telefonsex nicht so quälend wie ich ihn eben beschrieb, sondern auch tatsächlich eine spannende Sache. Man kann es sich ja auch wirklich romantisch gestalten und den Gegenüber durch zärtliche Worte verwöhnen. Und auch diese spannende Sache kann man natürlich mit Spielzeug ein wenig würzen. Nur zu doof, das man aus 3000 km Entfernung nicht aktiv ins Geschehen eingreifen kann.

Es wäre doch aber gelacht, wenn nicht ein findiger Erfinder irgendwie auf den Trichter kommen würde, das man ja dem gegenüber doch irgendwie aktiv Lust verschaffen kann. Und sei es durch den bloßen Anruf.

Hier kommt „Boditalk“ ins Spiel. Ein Vibrator, der mal eben anfängt zu vibrieren, wenn er Handywellen auffängt. Was in unseren Anlagen mit einem nervigen „Dak dadadak dadadak“ den Klang stört ist hier willkommener Antrieb. Der Gebührenzähler rasselt leise und der Vibrator schnurrt gemütlich während man sich am anderen Ende doch sagen kann, dass man aktiv an der Befriedigung des Partners teilhat.

Achten sie also beim nächsten Meeting darauf, wenn die Blondine aus der Buchhaltung die Augen so komisch verdreht, wenn sie mal wieder einen Anruf auf ihrem Handy bekommen.
Schließlich könnte ihnen das als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ausgelegt werden wenn man ganz pfiffig ist.

Doch auch im privaten Hausgebrauch birgt die Technik Gefahren. Wenn sie zum Beispiel nach vollzogenem 3 Stunden Gespräch folgenden Satz zu hören bekommen:
„So intensiv wie jetzt hatte ich noch nie Sex mit dir, kannst du deinen Vertrag nicht verlängern?“

Und wieder bewahrheitet sich auf groteske Art und Weise der Satz:
„Es ist nicht die Größe die zählt. Es kommt auf die Technik an.“
Die ist hier in der tat sehr ausgefeilt.

Verkehrte Welt – Wie Greys Anatomy wirkt

Mittwochabend 21:15 Uhr ereignen sich in einer Kieler Wohnung interessante soziologische Dinge, während auf der Mattscheibe die aktuelle Folge von Greys Anatomy läuft. Sowohl er als auch sie mögen die Serie sehr gern und versuchen so wenig Folgen wie möglich zu verpassen. Die ersten beiden Staffeln zieren bereits die DVD Sammlung und der erste Teil der dritten Staffel wird sicherlich zeitnah folgen.

Es ist das Finale eines Dreiteilers indem nach einem schweren Fährunglück in Seattle die Hauptfigur der Serie noch immer um ihr Überleben kämpft und man mit viel Emotion und Pathos auch in das Leben nach dem Tod geführt wird.

Während die Frau des Hauses sich nach der Folge darüber beschwert, dass zu viel Kitsch in dem Abschluss des aktuellen Dreiteilers enthalten gewesen wäre kämpft der Mann des Hauses noch immer mit den Tränen und freut sich darüber, dass der Hauptcharakter Meredith Grey doch nicht sterben wird.

Nicht das mir das nicht schon vorher klar war, aber man kann sich ja auch einfach mal der Situation hingeben und dennoch auf der anderen Seite ein Mann sein. Aber glaubt ja nicht, dass ich von der herzlosen Frau neben mir mal tröstend in den Arm genommen wurde.

Nicht mal auf die Art und Weise bekommt man eine kostenlose Kuscheleinlage.

Das kommt davon…


… wenn der Tierpfleger nebenbei noch Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist

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Alte Rats-Apotheke Kiel


Ich bin ja nun eigentlich alles andere als konservativ, aber wenn ich mir die Aufmachung der „Alten Rats-Apotheke“ in der Kieler Innenstadt so ansehe, dann möchte ich mir vorstellen wie sich der Gründer der Apotheke so sehr in seinem Grab umdreht, dass er eigentlich als Schlagbohrer benutzt werden könnte.

Die Fassade scheint mehr zu dem Namen „Neue Las Vegas Apotheke“ zu passen als zu diesem Namen. Auf einem Foto kann man natürlich nicht erkennen, dass dieses grün/rote Kreuz in der oberen Ecke des Eingangs permanent blinkt und leuchtet um dem überforderten Citygänger zu zeigen, dass man hier medizinische Hilfe bekommt. Das gute alte Apotheker „A“ mit Aesculap ganz oben rechts reicht als Indiz heutzutage wohl nicht mehr aus.

Umso mehr verstörte es mich neulich, als für den 400ten Geburtstag (Werbeschild ansatzweise oberhalb des Eingangs zu sehen) der Apotheke geworben wurde. Dort standen dann Promotionsleute in klassischen Gewändern vor dem Blinkpalast und versuchten auf die alte Tradition aufmerksam zu machen und die Masse mit alten Methoden und Spielen wie Münzpressen zu unterhalten.

Eine glatte 1 auf der Stilbruchskala

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Schilder und ihre Bedeutung

Wer Kiel kennt der weiß vielleicht auch, dass aktuell die Gablenzbrücke neu gebaut wird. Dies erfolgt mit viel akribischem Aufwand und natürlich nicht ohne Behinderungen des Verkehrs. Man möchte ja schließlich nicht irgendwann in der Zeitung stehen haben, dass ein Auto von einem herabstürzenden Brückenpfeiler zermalmt wurde.

Macht sich als Publicity für die Stadt so schlecht in den überregionalen Medien.

Nun kommt es dadurch in den Abendstunden immer mal wieder zu Vollsperrungen des Verkehrs unter eben dieser Baustelle. So auch gestern Abend.

Bereits an der letzten großen Kreuzung vorher direkt am Hauptbahnhof ist ein Schild aufgestellt, dass mit einem roten Kreis auf weißem Grund dem aufmerksamen Autofahrer sagen möchte, dass etwas dringend seiner Aufmerksamkeit bedarf. Anlieger frei bis zur Baustelle steht auf einem kleinen Schild unterhalb dieses großen Kreises.

Klar. Die Besucher des Cap und des Cinemaxx möchten schließlich irgendwo parken können und bis dahin ist die Straße ja auch gut befahrbar. Beim Cinemaxx Parkdeck dann ein zweiter Hinweis, wie von mir oben auf dem Bild festgehalten.

Und direkt bei der Brücke dann auch noch ein Laster der mitten auf der Straße mit Warnleuchten quer steht. Diese Indizien sollten eigentlich stutzig machen und doch wurde ich gestern Zeuge, wie sich ein PKW Fahrer versuchte an eben diesem quer stehenden LKW in die Baustelle hinein vorbeizuschleichen und von grölenden Bauarbeitern wieder zurückgepfiffen wurde.

Völlig überfordert und sichtlich verwirrt ließ sich die junge Fahrerin von den Bauarbeitern erklären, dass man es durchaus ernst meinte als man die Straße sperrte und man momentan keine Autos unter der Brücke gebrauchen kann.

Auf die freundlichen Hinweise der Bauarbeiter reagierte die nun aufgeklärte Fahrerin besonnen mit einigen Beschimpfungen und wendete dann ihren Wagen um sich wieder auf eine weiterführende Straße zu begeben.

Überhaupt entwickelte sich ein netter Jojo Effekt bei dieser Baustelle. Dadurch dass Autofahrer bis zur Baustelle fuhren und dort wendeten wurde der Verkehr „in Gegenrichtung“ von nachfolgenden Autofahrern anscheinend als Indiz gewertet, dass eine Durchfahrt unter der Brücke möglich ist weswegen sie ebenfalls bis zur Baustelle fuhren und dort wendeten und dann wieder als Signal für andere Autofahrer galten.

Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und hatte bei meinem Spaziergang an der Hörn auf die Art und Weise ein wenig Unterhaltung.

SPD System kompatibel – Rudolf Scharping kommt zurück


Wenn das man nicht ein Schuh ist, der von Rudolf Scharping höchstpersönlich im Geheimen entwickelt wurde. Ein Radschuh der atmungsaktiv und SPD – System kompatibel ist.

Mit seiner Hilfe wird vielleicht aus dem Präsidenten des BDR ja auch der Präsident der BRD. Auch und vor allem ohne große Koalition.

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Babyartikel bei Karstadt

Neulich suchten Sonja und ich Willkommensgeschenke für den Familienzuwachs aus Bonn und Berlin und stießen dabei im hiesigen Karstadt auf eine Vitrine mit etwas anderen Babyartikeln.

Gern geschenkt in diesem Jahr an das Lieblingsbaby aus der Nachbarschaft sind Dartpfeile oder aber auch, wie ebenfalls zu sehen, die Sexy Scenes Figuren für die Modelleisenbahn.

Auf Altersfreigaben wird hier einfach mal verzichtet, da schon die Jüngsten unter uns wissen, wo Babyartikel drauf steht sind auch Babyartikel drin.

Was man im botanischen Garten so alles lernt

Irgendwie komme ich nicht umhin mir die Produktion von Ersatzteilen bei Ikea anders vorzustellen seitdem ich weiß, dass es einen Schraubenbaum gibt. Vor allem viele Früchte des Imbus Baums liegen bei mir zu Hause rum und sind erstaunlich lange haltbar.

Die echte Guave ist nicht zu verwechseln mit der unechten asiatischen Guave. Meist in Billigländern hergestellt erfüllt diese nicht den Standard, den man von der echten Guave gewohnt ist. So erreicht die unechte Guave nur Vitamin A oder maximal B aber nie Vitamin C

Ja was denn nun ?

Eva Herman – ein medialer Selbstmord in 3 Akten

Zunächst möchte ich einräumen, dass es in meinen Augen medial gesehen mehr als unglücklich ist einen Menschen in einer Talkshow von wirklich allen Seiten unter Feuer zu haben und ihn letztendlich aus der Sendung auszuschließen. Es sollte immer andere Möglichkeiten geben um mit einem Gast umzugehen, wenn man sich professionell verhalten möchte. Doch möchte ich auch klarstellen, dass ich kein Mitleid mit der Person habe, die sich diesem Feuer und dem Unmut selbst aussetzt und es noch anfacht

Der Eklat der gestrigen Kerner Sendung spaltet Deutschland würde die Bild wohl sagen und wird es wohl auch tun, denn Medien wie sie die Welt laufen Sturm gegen den Ausschluss der Ex Moderatorin und zukünftigen Dauerhausfrau Herman.

Doch wir müssen auch ganz nüchtern betrachten, dass hier immer wieder, wenn auch auf sehr unangenehm eindringliche Art und Weise auf Eva Herman eingewirkt wurde sich doch von dem zu distanzieren, was sie da von sich gegeben hat. Nicht, dass man wollte, dass sie eine Einheitsmeinung vertritt, sondern, dass sie sich von dem Eindruck befreit dem Rechten Lager Tribut zu zollen.

Das tut sie auf ihre Weise im Lauf der Sendung auch einige Male, doch macht sie damit alles nur noch schlimmer. Statt sich souverän von dem vermittelten Eindruck zu distanzieren und programmatisch zu dem überzugehen, was sie eigentlich sagen möchte verstrickt sie sich immer tiefer in einem Netz aus braunen Argumentationen und weicht eigentlichen Klarstellungen deutlich aus.

Und bei all dem sieht sich Frau Herman bestätigt. Sie denkt sie wird auch hier in die Opferrolle gedrängt und freut sich sicherlich heute über die positive Presse. Schwer ist es ja auch einen Gast auszuladen und ihm dadurch die Möglichkeit zu nehmen seinen Standpunkt darzustellen. Doch wenn man sich mal die Kehrseite ansieht, so scheint es vielleicht sogar eine Rettung vor noch weiteren Verstrickungen gewesen zu sein.

Natürlich hat sich die am Pranger Stehende von Hitler distanziert und sich abfällig über ihn geäußert. Doch lässt es sie nicht wanken ihre Aussagen so stehen zu lassen, auch wenn sie damit konfrontiert wird, das viele Menschen sich empörten und das das Rechte Lager Deutschlands Hurra schrie ob dieser Möglichkeit medienwirksam kostenlose Propaganda zu bekommen.

Ich gebe mir wirklich Mühe ihren Argumenten zu folgen und zu verstehen, dass sie im Kern wirklich etwas Gutes aussagen wollte und sie dafür kämpft, dass wir uns mehr darauf besinnen etwas Positives aus dem Leben zu machen, aber es fällt schwer dies aus dem herauszulesen.

Und wenn man glaubt es könnte nicht noch schlimmer werden, dann werden Begrifflichkeiten wie „gleichgeschaltete Presse“ ungefiltert in den Raum geblasen und man lehnt es ab sich damit konfrontieren zu lassen, dass auch ein solcher Begriff eher vorbelastet ist und der eigenen Argumentationskette nur noch mehr Schaden zufügt.

Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen kommt der klassische Satz über Hitler und die Autobahnen. Wäre die Dame seit gestern im Geschäft könnte ich Mitleid mit ihr haben, doch mit diesem Keulenargument kann man heute wirklich niemanden mehr von der Glaubwürdigkeit der eigenen Person auf fachlichem Gebiet überzeugen.

Auch wenn ich zugebe nach ganz viel Beseitigung ideologischer Wertigkeiten in ihrer Aussage über die Autobahnen einen Kern zu erkennen, der eigentlich sagen wollte: „Wir müssen anfangen uns darauf zu besinnen, dass man aus missbrauchten Dingen des Naziregimes etwas Positives machen kann.“

Eine solche Klarheit schafft allerdings nicht Einzug zu halten in ihre Worte und so greift auch kein einziges Argument, dass eigentlich gegen die Verbannung in die Rechte Ecke zielen sollte.

Ich gebe zu, dass der Sensationsgierige Teil meiner Seele Purzelbäume schlug, als die Farce endlich durch ein Machtwort beendet wurde und man wirklich jedem Betroffenen und Befreiten die Entspannung danach anmerken konnte. Eva Herman hat Klarheit geschaffen durch ihren gestrigen Auftritt. Sie hat bewiesen, dass sie nicht schafft sich selbst von den Interpretationen ihrer Worte zu befreien. Sie vermag nicht auch nur Ansatzweise Geschick im Umgang mit dem gesprochenen Wort an den Tag zu legen und redet sich im wahrsten Sinne um Kopf und Kragen.

Oh du täglich Slapstick gib uns heute

Bringen wir es doch mal auf den Punkt. Gott, so es ihn denn in irgendeiner Art und Weise gibt, hat viel Sinn für Humor. Das habe ich auch schon früher bemerkt und festgestellt.

Am Wochenende durfte ich jedoch mal wieder am eigenen Leib merken, dass er dies auch gern auf meine Kosten auslebt und ich ihm dafür nicht mal eine Rechnung stellen kann.

Eigentlich fing alles ganz harmlos damit an, dass ich den inneren Drang verspürte abends noch unseren Boden umzuräumen. Dass der weibliche Wohnanteil dieser Wohnung mir dezente Hinweise und Aufträge gegeben hat ändert natürlich in keinster Weise etwas daran, dass ich aus eigenem Antrieb und aus eigener Idee heraus die zwei Treppen zum Boden zurücklegte.

Ich wähnte mich in der Sicherheit meines eigenen Haushalts, während meine Freundin sich auf den Weg machte ihrem Sonntagabend Ritual zu frönen. Zu ihrer besten Freundin zu traben und dort bei dem Genuss von mehr oder minder gesunden Snacks sich zwei oder drei Folgen Gilmore Girls ins Gehirn zu wringen.

Bis zu diesem Moment lag wahrscheinlich nicht einmal Aufmerksamkeit auf mir, doch als diese humoristisch überirdische Entität bemerkte, dass ich mich aufmachte auf den Boden zu gehen und dort ein paar Dinge umzuräumen und keinen Schlüssel mitgenommen hatte so müssen irgendwo mächtig viele Alarmsirenen geheult haben. Bei mir leider nicht.

Ich muss dazu sagen dass unsere Tür eigentlich nie zufällt. Sie ist viel zu träge dazu und sagt sich liebend gern, dass sie sich alle Optionen offen halten möchte und nicht zu solch langweiligen Auf oder Zu Szenarien tendiert.

An diesem Tag muss sich die Tür aber irgendwann während ich mich durch Schreibtische und Wäscheständer wühlte gesagt haben, dass es nun endlich Zeit würde einen festen Standpunkt zu vertreten und von diesem auch nicht wieder abzuweichen.

KLAPP

Zum Glück war ich dem Wetter entsprechend gekleidet. Es ist albern Temperaturen im einstelligen Plusbereich mit Badelatschen ohne Socken, einer ¾ Hose und einem Tshirt zu begegnen und so war sichergestellt, dass ich eben genau dies trug.

Zum Glück wohnt die beste Freundin von Sonja nur 5-10 Gehminuten von uns weg und so machte ich mich halbnackt auf um mir einen Schlüssel zu besorgen, da die Alternative unsere Haustür 3 oder 4 Stunden anzustarren nicht wirklich zusagte.

Ich hätte natürlich auch anrufen können, wenn ich mir nicht in letzter Zeit angewöhnt hätte mein Mobilfunkgerät nicht immer so zu verhätscheln und mit mir rumzuschleppen. Braucht man ja eh nicht, wenn man zu Hause ist.

Bei der Freundin angekommen musste man natürlich erstmal beichten und durfte sich groß angrinsen lassen. Ist ja erst das zweite Mal das ich mich aussperre innerhalb dieses Monats, wobei ich gestehe beim zweiten Mal aktiv dran teilgehabt zu haben die Wohnungstür zu schließen.

Dann wieder zurück auf die kalte Straße und mich schon mal auf die Erkältung freuen. Nebenbei noch darauf achten ob aus der Wohnung hinter mir schallendes Gelächter dröhnt, dass allerdings ausblieb. Gilmore Girls Aufmerksamkeitsspanne sei dank.