Wer Kiel kennt der weiß vielleicht auch, dass aktuell die Gablenzbrücke neu gebaut wird. Dies erfolgt mit viel akribischem Aufwand und natürlich nicht ohne Behinderungen des Verkehrs. Man möchte ja schließlich nicht irgendwann in der Zeitung stehen haben, dass ein Auto von einem herabstürzenden Brückenpfeiler zermalmt wurde.
Macht sich als Publicity für die Stadt so schlecht in den überregionalen Medien.
Nun kommt es dadurch in den Abendstunden immer mal wieder zu Vollsperrungen des Verkehrs unter eben dieser Baustelle. So auch gestern Abend.
Bereits an der letzten großen Kreuzung vorher direkt am Hauptbahnhof ist ein Schild aufgestellt, dass mit einem roten Kreis auf weißem Grund dem aufmerksamen Autofahrer sagen möchte, dass etwas dringend seiner Aufmerksamkeit bedarf. Anlieger frei bis zur Baustelle steht auf einem kleinen Schild unterhalb dieses großen Kreises.
Klar. Die Besucher des Cap und des Cinemaxx möchten schließlich irgendwo parken können und bis dahin ist die Straße ja auch gut befahrbar. Beim Cinemaxx Parkdeck dann ein zweiter Hinweis, wie von mir oben auf dem Bild festgehalten.
Und direkt bei der Brücke dann auch noch ein Laster der mitten auf der Straße mit Warnleuchten quer steht. Diese Indizien sollten eigentlich stutzig machen und doch wurde ich gestern Zeuge, wie sich ein PKW Fahrer versuchte an eben diesem quer stehenden LKW in die Baustelle hinein vorbeizuschleichen und von grölenden Bauarbeitern wieder zurückgepfiffen wurde.
Völlig überfordert und sichtlich verwirrt ließ sich die junge Fahrerin von den Bauarbeitern erklären, dass man es durchaus ernst meinte als man die Straße sperrte und man momentan keine Autos unter der Brücke gebrauchen kann.
Auf die freundlichen Hinweise der Bauarbeiter reagierte die nun aufgeklärte Fahrerin besonnen mit einigen Beschimpfungen und wendete dann ihren Wagen um sich wieder auf eine weiterführende Straße zu begeben.
Überhaupt entwickelte sich ein netter Jojo Effekt bei dieser Baustelle. Dadurch dass Autofahrer bis zur Baustelle fuhren und dort wendeten wurde der Verkehr „in Gegenrichtung“ von nachfolgenden Autofahrern anscheinend als Indiz gewertet, dass eine Durchfahrt unter der Brücke möglich ist weswegen sie ebenfalls bis zur Baustelle fuhren und dort wendeten und dann wieder als Signal für andere Autofahrer galten.
Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und hatte bei meinem Spaziergang an der Hörn auf die Art und Weise ein wenig Unterhaltung.
