Amoklauf in Schule – der schmale Grat

Wenn ein Mensch zu Gewalt greift, dann ist das immer wieder schade und bedeutet dass im Vorfeld vieles versagt hat. Nicht nur die Empathie derer, die ein solches Unglück vielleicht hätten verhindern können sondern viel grundlegendere Mechanismen im sozialen Gefüge.

Doch bei einem sozialen Gefüge fängt in diesem Zusammenhang bereits das Problem an. Man kann daran ziehen und zerren so viel man möchte. Letztendlich wird man nie dafür sorgen können, dass alle Menschen gleichsam in diesem Gefüge das Gefühl von Nestwärme haben, wenn mir erlaubt ist so metaphorisch zu sprechen.

Doch zurück zum eigentlichen Kern dessen, was ich hier und jetzt sagen möchte. Ich freue mich, wenn Terroranschläge und Amokläufe verhindert werden. Ich freue mich, weil es möglich ist vielen unschuldigen Menschen das Leben zu retten. Es ist sinnlos sein Leben zu verwirken, weil eine einzelne Person, oder manchmal auch ein elitärer Kreis, der Meinung ist man müsse den persönlichen Tag des jüngsten Gerichts abhalten.

Grad das Blutbad an der finnischen Schule zeigt uns das diese Gefahr allgegenwärtig ist und man sensibilisiert werden muss dafür.

Doch in meinen Augen reicht es nicht was aktuell getan wird. Bzw. bin ich der Meinung, dass es in die falsche Richtung geht. Grad der verhinderte Amoklauf von Köln, der in den Medien zuerst als größte heroische Tat gefeiert wurde, bevor man recherchiert hatte und feststellte dass alles evtl. nicht ganz so war wie zuerst dargestellt, zeigt auf das hier grad von Seiten der Medien der Umgang fraglich ist. Der schmale Grat zwischen Information und Hysterie wird in meinen Augen überschritten.

Dabei ist das ein wirklich heißes Eisen. Heute ist schon wieder eine Schule gesperrt, weil zwei Jugendliche sich in einem geschlossenen Chat darüber unterhalten haben, das möglicherweise ein Dritter gesagt haben könnte das er Amok laufen würde. Das erinnert ein wenig an solche schlechten Teenager Filme wo Susan zu Bobby geht, weil Keisha ihr das gesagt hat und ihm sagt, das sie gehört hat, das möglicherweise Keisha Interesse an ihm haben könnte. Zuviel Konjunktiv ist für keine Aussage gut.

Nun glaube ich schon, das man nicht auf eine Nachricht warten darf wie „Ich geh jetzt los und erschieß ein paar Leute“ um zu handeln, doch auf einen solchen Zuruf wie oben beschrieben bereits zu reagieren spielt den falschen Leuten in die Hände.

Oftmals ging es doch bei solchen Taten nicht nur um Rache an den verhassten Mitschülern sondern auch um einen Auftritt der medial Wellen schlägt und der einen vielleicht zum Vorbild für andere macht. Eine starke mediale Hysterie spielt dieser Art von Selbstdarstellung in meinen Augen voll in die Karten.

Und da wären wir wieder an einem schmalen Grat und ich erkenne die Komplexität dieses Themas. Hysterie und Denunziantentum helfen niemandem weiter und schädigen auf lange Sicht sogar das soziale Gefüge und unseren Umgang miteinander. Doch untätiges Zusehen ist (und da sollten wir uns einig sein) keine Option.

Ich hab kein Patentrezept für den sensiblen Umgang mit diesem Thema. Ich bin nur einfach der Meinung. So fühlt es sich nicht richtig an, auch wenn die Tendenz stimmt.

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