Bundesvision Songcontest

Stefan Raab lädt mal wieder zum fröhlichen Gesamtdeutschen Liedersingen ein. Jedes Bundesland entsendet seinen eigenen Mitstreiter und ich habe mich parallel hingesetzt und jedes Lied direkt live bewertet. 

 Hamburg – Das Bo

Schade. Früher habe ich mal sehr gerne gehört, was er so mit anderen Leuten zusammen auf die Bühne brachte. Bin aber auch noch nie wirklich der Hip Hopper gewesen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich „das Original“ irgendwo noch im Keller auf Vinyl habe. Die Münchner Freiheit mit „Ohne dich“

Mecklenburg-Vorpommern – Jennifer Rostock

Die Musik erinnert ein wenig an die Stücke, die in den 80ern so modern gewesen sind. Einordnen kann ich sonst „Kopf oder Zahl“ nicht weiter. Ich könnte jetzt auch kein Stück sagen, was genauso klingt, aber es war doch schon sehr Achtziger. Unkonventionell, laut und lebensfroh. Nicht schön, aber schnell.

Hessen – Rapsoul

„König der Welt“ wollen die Hessen werden. Beim Bundesvision Songcontest kommen sie Familienfreundlich mit vielen Kindern auf der Bühne daher und wollen für Begeisterung sorgen. Der Beat geht ins Ohr, weil Dinge die von Kindern gesungen irgendwie immer ins Ohr gehen werden. Aber er bleibt da nicht so wirklich.

Saarland – Casino Zero

Ihr Stück heißt „Gib mir einen Blick“ und den bekommen sie auch. Schon allein, weil sie einen sehr interessanten Showact haben. Auf der Bühne hüpft eine nicht erkennbare Gestalt blinkend herum. Die Musik selbst klingt eher etwas schräg. Stimmlich nicht das Wunder klingt die Band so, als wenn man doch noch auf dem Stand der Schulband ist.  Wobei ich zugeben muss, dass das Lied an sich durchaus was haben könnte, wenn es jemand anders machen würde. Zum Glück wollen sie nur einen Blick und keine Stimme.

Sachsen – Far East Band feat.  Dean Dawson

Unfassbar heißt das Stück der sächsischen Combo und ist eine Mischung aus diversen Musikrichtungen. Auf den Punkt sitzt die Performance. Ist zwar nicht meine Musik, erreicht mich aber und ist bisher auf jeden Fall der Beste Beitrag in meinen Augen. Ein sehr schöner Auftritt.

SachsenAnhalt – Down Below

Die dunklen Rocker aus Sachsen Anhalt setzen vor allem auf Showeffekte. Das Aussehen ist ein wenig Emo. Der Auftritt selbst ist stimmlich nicht so überzeugend, was schade ist, weil das Lied an sich richtig der Kracher ist, wie man neulich hören durfte. Hier lohnt auf jeden Fall noch mal ein Hören der Single bevor man sein Urteil fällt. Zumindest hat der Auftritt Feuer und eine gehörige Portion Energie.

Bremen – Paulsrekorder

Und wieder sind wir in den 80ern. Retro ist wieder in. Und wieder mal wird eine Frau namens „Anna“ besungen. Einfache Beats, leichter Rhythmus und schräge Töne machen den Charme dieses Stücks aus. Für jemanden, der musikalisch in den 80ern verwurzelt ist ist der Zugang hier recht einfach. Das Lied hat keinen Tiefgang, aber das macht nichts. Der Chorus ist „catchy“ und so ist Paulsrekorder für mich auch recht weit vorn, wenn man das bisher Gesehene als Durchschnitt nimmt.

Schleswig-Holstein Panik aka Nevada Tan

„Was würdest du tun“, wenn du aus Schleswig-Holstein kommst und diese Band dich quasi beim Bundesvision Songcontest vertritt? Wahrscheinlich würde ich meinen Lokalpatriotismus zusammen kratzen und sagen, dass das Lied saugeil ist und kein anderes Lied eine Chance haben wird gegen dieses Stück. Nein. Dann mach ich das doch auch einfach mal. Es reißt mich nicht vom Sofa, aber ich bin ja auch träge. Keine Panik. Die machen das schon.

Brandenburg –Subway to Sally

Der Klassiker. Subway to Sally machen die Welt schon seit 15 Jahren unsicher. Und auch der heutige Auftritt ist sehr dark, sehr schwer, sehr gut. Mit Herz und Leidenschaft schafft die Band es modernes und altertümliches zu vereinen auf ihre ganz spezielle Weise. Da muss man das Lied nicht erst „Auf Kiel“ nennen, damit ich mich wohlfühle. Ich hatte viel erwartet von dem Auftritt und man hat viel erhalten.

Nordrhein-Westfalen – Sisters

Vom Mittelalter geht es direkt in die Karibik von den Klängen her. Eine Gruppe von Solokünstlerinnen hat sich zusammengeschlossen und gibt der Musik, die man gern in Jamaica am Strand hören mag auf spezielle Art und Weise mit modernen Kompositionen. Dabei bleibt das Stück „Unite“ leider ein wenig zu seicht für meinen Geschmack um mich wirklich zu erreichen. Musik wie diese muss sofort ins Ohr oder gar nicht.

Rheinland Pfalz – Peilomat

Und wieder wird eine Dame besungen. Diesmal ist es „Jenny“, die das Herz des Sängers bewegt. Dabei hat die Band durchaus einen netten Beat am Start, der was taugt. Schließlich durfte man ja schon üben im Vorprogramm von Tokio Hotel. Die Showeinlage ist auch sehr geil. Der Gitarrist hat auf jeden Fall einen so knackigen Arsch, wie manche Mädels es gern haben wollen würden.  Jenny geht ins Ohr und macht Spaß. Auch kein Nobelpreis für die Band, aber durchaus Respekt und ein wenig Jenny im Ohr.

Thüringen – Clueso

Mit gewohnt ruhigen Tönen kommt der Thüringer daher. Er genießt es die Einfachheit zu zelebrieren. Dabei ist „Kein Zentimeter“ nicht nur der Titel seines Liedes sondern anscheinend auch das Motto seiner Bühnenshow. Auf der Bühne ist neben ihm auf jeden Fall ein ganzer Haufen Musiker. Vor allem Streicher. Clueso schafft es wieder mit dem was er macht sein Ziel zu erreichen. Für mich ein ganz klarer Favorit für einen der vorderen Plätze.

Bayern – Sportfreunde Stiller

Nicht erst seit ihrer WM Hymne letztes Jahr sind die Sportfreunde Stiller auch außerhalb von Bayern ein Begriff. Heute gibt es den „Anti Nazi Bund“ von den Sportfreunden zu hören. Und gleich zu Anfang wird schon klar, dass man sehr wichtig findet, dass ein Lied von den Sportfreunden auch so klingt wie ein Lied von ihnen. Ich denke aber trotzdem dass die Combo schon mal größere Würfe hatte, wenn auch die Aussage durchaus positiv ist. Aber eben „Stadion Mitsing Mucke“

Berlin – Culcha Candela

„Chica“ soll der neue „Hammer“ von den Berlinern sein. Sie kommen daher mit einer Choreographie und einem stylischen Gruppenauftreten. Doch für mich ist der Song zu sehr und auch wieder zu wenig Seed. Nicht eigenständig und vor allem von den Tönen her zu hoch angelegt will sich Chica nicht mit mir anfreunden. Dennoch sehe ich die Dynamik des Liedes an und denke auch hier, dass die Masse das Lied lieben wird.

Baden-Württemberg – Laith Al-Deen

Der Sänger setzt auch beim Bundesvision Songcontest wie andere Bands auf das sichere Pferd. Man macht das, was man am besten kann. Und singen kann Laith Al-Deen sehr gut. Ein sehr schönes Lied, was zwar auch nicht meinen Geschmack trifft, aber immerhin einen netten „Autofahr“ Beat hat. Unaufdringlich leicht und beschwingt kommt das Liedchen daher und wird sicherlich auch mit Punkten bedacht.

Niedersachsen – Madsen

Madsen mag man, oder man mag sie nicht. Ich kann mit „Nachtbaden“ zumindest nicht allzu viel anfangen, weil es mir zu aufdringlich und zu aggressiv daher kommt. Das ist durchaus gewollt und so wird sicherlich das Herz des Deutschen Madsen Fans bei diesen Klängen höher schlagen. Mein Herz tat es jedenfalls nicht.

So… Jetzt sind alle Interpreten durch. Sonja und ich sind uns ungefähr einig. Favoriten sind für uns:

Peilomat, Clueso, Subway to Sally, Panik (nicht weil sie aus S-H kommen) und Laith Al-Deen (und Down Below wenn man mal von der Performance absieht)

Ich mach jetzt Schluss für heute und genieß den Abend. Mal sehen was noch so kommt.

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8 Antworten zu “Bundesvision Songcontest”

  1. Andre Sagt:

    Hab zwar nur ein paar Interpreten gesehen, die mich nicht überzeugt haben, aber immerhin kommt das Wort Kiel im Siegertitel vor (wenn schon niemand aus S-H gewinnt).

    Muss mir Panik mal anhören, wenn die von Dir schon favorisiert wurden :-)

  2. Schonzeit Sagt:

    die Mucke von Panik ist ehrlich. :)
    Immerhin mischten von unseren Tips 3,5 ganz weit vorne mit.
    So schlecht haben wir gar nicht gelegen.

    Es war einziemliches Herzschlagfinale. Wobei ich es Subway to Sally tatsächlich noch nen Tick mehr gönne als Clueso

  3. just4ikarus Sagt:

    ich hätte es clueso vergönnt…

  4. Schonzeit Sagt:

    ja. durchaus. Aber ich denke auch clueso ist eher mit einem solchen zweiten Platzzufrieden, der um haaresbreite am ersten vorbei ging, als mit einem haushohen sieg, weil keine konkurrenz da war.

    Sehr schön war auch die Reaktion vom Raab, der wohlMadsen und Sportfreunde als haushohe Favoriten ansah. LOL

  5. Daniela Sagt:

    Ich habe an diesem Abend auf jeden Fall festgestellt, dass mein Musikgeschmack und derjenige von denen, die bei sowas anrufen, völlig auseinanderklafft.
    Hab mich sehr gut bei Madsen, Peilomat und Paulsrecorder amüsiert, und auch Das Bo und Rapsoul hätten Punkte von mir bekommen, Jennifer Rostock gefällt in der Studioaufnahme. Clueso war mir zu langweilig, und auch Laith al-Deen hat das Lied schon länger draussen, ein Minuspunkt.

    So gar nicht erwärmen konnte ich mich für diesen dahingerotzten AntiNazi-Song von den Sportis, die ich sonst gern mag. Aber das war mehr so ein “wir wollen auf die After Show-Party, dann müssen wir vorher was singen” und dieser DJ Ötzi in dunkler Lederklamotte war auch so gar nicht meins, genau wie diese anderen “ich bin ein Milchbubi, also sing ich was düsteres” … an Robert Smith kommt einfach keiner ran … ;-)

    Aber wie gesagt, ich bin wohl leider nicht mehr massentauglich. Menno, dabei war ich immer so gerne Teil der Masse *lach*

  6. Schonzeit Sagt:

    @Dani

    grins. Sonja und ich gehören dann wohl noch zumindest ansatzweise zur Masse, da Peilomat uns einzig den Schnitt so richtig versaut.:)

    Dj Ötzi in Leder? Hab ich was verpasst?

    raab hat ja auch daneben gelegen.der hatte wohl auf die Sportfreunde getippt.

  7. Daniela Sagt:

    Mal ehrlich – ich weiß ja, wie beliebt Subway to sally allein schon wegen ihrem unglaublichen Tour-Pensum sind, aber ich fand den Song einfach grauslich und wann immer ich diesen Strahleblondie in glänzendem Leder sah, hats mich total geschüttelt *brrr*
    Mein Guck-Grüppchen war sich einig: DJ Ötzi in Leder :-)

    Raab mag ich ja inzwischen ganz gern, aber seine Moderation war an dem Abend unter aller Sau, da wundert mich gar nicht, dass der da auch daneben gelegen hat. Der Sporti-Song war Müll …

  8. Schonzeit Sagt:

    Ich fand ihn ganz schön. hatte was von rauher See und düsterer Stimmung. Das Gefühl, das ich also habe wenn ich der Tage aus dem Fenster schaue. :)

    Zumindest sind wir uns einig, das die Sportfreunde einzig und allein erfolgreich anwesend waren.


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