TAWA – Werbung

Wir sind Zigarette

Wir sind Papst Weltmeister Zigarette. Ich hab’s ja bis gestern auch gar nicht gewusst. Bisher hielt ich mich immer für ‘nen normalen Menschen. Und wenn überhaupt dann hätte ich eher gedacht, dass ich ein Streichholz bin. Immer ein hitziges Temperament und doch ständig abgebrannt.

Aber jetzt weiß ich, was ich bin; was wir alle sind.

Wir sind Zigarette. Eine Weisheit, die einigen Philosophen Schlaflosigkeit bescheren dürfte. Da hat man tausende von Jahren vor sich hin getüftelt um sich zu überlegen, was wir Menschen denn nun eigentlich sind und so eine einfache Reklame zwischen Bahnhof und ZOB wirft so nebenbei die Antwort in den Raum. Klar. Die Philosophen vor 2000 Jahren kannten weder Zobs, noch Bahnhöfe überhaupt oder Tabakwaren wie Zigaretten. Alle Ansätze von Aristoteles, Epikur und Demoklit waren ohne was zu rauchen zum Scheitern verurteilt.

Einzig Sokrates muss etwas geraucht haben. Sonst würde man sich ja nicht solche Cocktails andrehen lassen wie er.

Bevor ich mich endgültig in einer Abhandlung griechischer Philosophiegeschichte verrenne wieder zurück zu meinem Artikel über TAWA.

Lustig ist in diesem Zusammenhang vor allem der Umstand, dass ich mir da schon wieder stundenlang Gedanken drüber mache. Ich denke jetzt bestimmt schon länger über diese Kampagne nach, als der Typ, der sie entwickelte und alle Konsumenten zusammen.

Halten wir fest:

TAWA ist die Eigenmarke der Edeka Gruppe. Da Edeka ja schon ein geniales Wortspiel ist für „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ (E.d.K.) steht TAWA ganz bestimmt, und ich lehn mich da jetzt einfach mal ganz weit aus dem Fenster mit einer Vermutung ins Blaue hinein, für TAbakWAren.

Ich lass jetzt einfach mal Vermutungen darüber, warum die Nummer eins der Hausmarken von Edeka No2 heißt.

Und nun auf zum Slogan. Wir sind Zigarette.

Auf den ersten Blick ist die Kampagne einfach nur billig und BILDig angelegt. Brachial von hinten heraus direkt ins Auge und von da ohne den Umweg übers Gehirn direkt in die Lunge, die hoffentlich nach Nachschub schreit ohne beim Gehirn nachzufragen, ob das vielleicht was zu bedeuten haben könnte was man da gemeldet bekommt.

Ich hatte aber ganz viel Lust zum Nachdenken und konnte mir nicht vorstellen, dass es nicht noch irgendwo eine versteckte Botschaft gibt. Eine gelieferte Nachricht für den interessierten Betrachter.

Und da war sie. Sie stand ganz deutlich da.

Wir alle stinken
Wir alle produzieren nur Rauch (auch das ist für den Philosophen bestimmt wieder ein guter Ansatz)
Der Umstand, dass ich als Teil von „wir“ süchtig mache, tut mir eher weniger Leid.
Hingegen tut mir sehr leid, dass ich Krebs errege. Und ich möchte mich in aller Form dafür entschuldigen.

Zuletzt möchte ich noch auf den Umstand hinweisen, dass ich froh bin Nichtraucher zu sein. Denn Auch wenn Kannibalismus an sich nicht strafbar ist, so wäre das abfackeln der Nachbarin doch ziemlich straflastig. Und ich denke, wenn ich plötzlich mir meine Versicherungsvertreterin an die Lippen führe um sie durch saugen heiß zu machen, dann kenne ich jede Menge Leute die damit auch nicht so einverstanden wären.

Eigentlich ganz schön doof Zigarette zu sein. Ausgesaugt und weggeschmissen.

 

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3 Antworten zu “TAWA – Werbung”

  1. katrin Sagt:

    :-) das Plakat finde ich ziemlich witzig

  2. Leena Sagt:

    Ich muss sagen, dass ich das Plakat und die gesamte Werbekampagne sehr mislungen finde. Wo soll das denn hinführen mit der Ausdrucksweise, wenn man groß und breit auf Plakaten eine solche Sprachvergewaltigung findet?

  3. Schonzeit Sagt:

    @leena

    soweit sollte man niemals über sowas nachdenken. Das führt dazu, dass man sich die Frage stellt wo unsere Gesellschaft falsch abgebogen ist und das man drüber nachdenkt wie weit wir schon von der Spur ab sind.


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