Ritualisiertes TV
Verfasst von Schonzeit am Montag, 3.März 2008
Es gibt so einige Dinge an die ich immer wieder gern zurück denke, wenn ich an mein Leben mit dem Fernsehen denke. Eine dieser Sachen ist das letzte Mal, dass ich so richtig ab und zu mit Freunden zusammen TV gesehen habe. Es war schön und ich hätte gern wieder solche Rituale.
Es war schön, wenn ein paar Chips auf dem Tisch stehen und die Flimmerkiste läuft. Dann kommt der magische Moment und das Kribbeln kann ich heute noch spüren. Die Werbung ist zu Ende, die Serie beginnt.
„So no one told you life was gonna be this way…“
Und dann kommt der Moment. Erwachsene Leute grinsen und freuen sich und klatschen vier Mal in die Hände. Oder zweimal doppelt. Es ist das Ritual, dass uns zu einem Teil der Freunde machte. Es ist das was uns sagte, dass wir gleich da sind, wo unsere Freunde wohnen und mit ihnen Dinge erleben werden, die uns Spaß machen.
Wir waren nicht nur Zuschauer, sondern immer irgendwie dabei, weil wir selbst auch Freunde waren und weil wir immer spüren konnten, wie es ist, wenn man jemanden hat auf den man bauen kann.
Noch heute sehe ich diese Serie gern und ein wenig von dem Zauber ist noch immer da, wenn ich eine der unzähligen Wiederholungen im TV verfolge.
Doch alles Gute geht einmal vorbei und so gingen auch bei den „Friends“ irgendwann die Lichter aus. Natürlich gibt es noch immer das Spin Off, dessen Folgen grad auf Pro7 laufen, aber man sieht sofort, dass „Joey“ nichts von dem Zauber hat. Zu Recht hat man in den USA diesen Versuch nach zwei Jahren aufgegeben.
So bleibt dann doch nur ab und zu einfach mal bei den „Friends“ in der Wiederholung zu klingeln.