Das Arbeitsamt Die Bundesagentur für Arbeit hatte die glorreiche Idee mir beizubringen, wie man Bewerbungen schreibt. Dabei sitze ich mit anderen frustrierten Menschen in einem Raum und wir alle, inklusive dem Referenten, fragen uns, was wir hier eigentlich machen. Vorn wird friedlich vor sich hin gestammelt, dass das Leben an sich ja etwas Tolles ist und das Arbeit unser höchstes Gut ist.
Eigentlich ja wirklich ganz schön, wenn in diesem Grundtenor nicht diverse Informationen mitschwingen würden, die mich an der Objektivität dieser Schulung zweifeln lassen. Immer wieder werden die Vorzüge des Auswanderns beschrieben. Zumindest das Bundesland könnte man wechseln und in strukturell bessere Länder übersiedeln. Das versucht mir meine Beraterin auch schon seit dem ersten Tag meiner Erwerbslosigkeit mitzuteilen.
Nebenbei werden auch noch die großen Vorzüge von Arbeit und nicht qualifizierten Jobs angepriesen. Solche findet man immer und man muss auch mal Abstriche machen im Leben und könne nicht erwarten einen Job zu bekommen, der einem das Ähnliche einbringt wie das Arbeitslosengeld oder gar mehr. Wir sollten uns lieber mal ein wenig mehr öffnen und auch Jobs nehmen die 200 oder 300 € weniger monatlich einbringen als wir eh schon mit Abstrichen bekommen würden.
Das alles findet im Übrigen unter dem Deckmantel: Lerne wie du eine Bewerbung schreibst statt.
Versteht mich nicht falsch. Das habe ich auch gelernt und wertvolle Tipps mitgenommen. Diese hätte ich allerdings auch in einem einstündigen Seminar mitbekommen. Die zusätzliche Gehirnwäsche brauche ich dazu nicht wirklich. Und so frage ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist eine Woche in dieser Maßnahme zu stecken.
Wobei ich das noch wirklich richtig gut habe. Mein Hirn fließt mir zwar schon vom bloßen zuhören aus dem Ohr, aber ich bin nach einer Woche durch damit. Einige andere um mich herum haben die zweifelhafte Ehre 4 Wochen an dieser Maßnahme teilzunehmen mit dem Clou, dass sich ab der zweiten Woche alles noch mal wiederholt, weil die Schulung zwar aufgebläht ist, aber nur für eine Woche Stoff hergibt.
Für all das gibt die Agentur jedoch sicherlich eine Menge Geld aus. Geld das in einer wirklichen Weiterbildung und Information besser angelegt wäre.
Doch auf solche Maßnahmen wage ich nicht zu hoffen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich entnehme dies als versteckte Botschaft in: „Wir wissen einfach nicht in welche Richtung wir sie entwickeln könnten.“
So bleibt mir nur die Stunden so gut es geht abzusitzen und mich darüber zu freuen, dass ich ein wenig geregelte Zeiten außerhalb der eigenen vier Wände habe.
Sonntag, 16.März 2008 um 20:15
Und? Hast du dir schon überlegt um zu ziehen in ein anderes Land etc?
Hast du die Woche schon hinter dir?
Mittwoch, 19.März 2008 um 20:06
ja ich hab die Woche hinter mir. Entschuldige, dass ich nicht kommentiert habe. Musste mein Gehirn erstmal wieder an sinnvolle Konversationen heranführen.