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Iron Man - Heavy Metal fürs Auge

Tony Stark ist nicht nur ein Waffenhändler und Multimilliardär. Er ist vielmehr der Rockstar unter den Waffenherstellern. Sein lässiges Auftreten ist gespickt von Selbstherrlichkeit. Dennoch ist er nah an den Menschen um ihn herum, weil er es genießt, dass man sich in seinem Schatten sonnt.

Als Stark in Afghanistan eines seiner neuen Waffensysteme vorstellt kommt es zu einem Überfall auf seinen Konvoi.  Im Zuge dieses Überfalls werden dutzende amerikanische Soldaten getötet und Stark verschleppt. In einer Höhle muss er sich einer völlig neuen Situation gegenüber sehen. Die Welt wie er sie eingeteilt hatte in sein einfaches schwarz/weiß Muster ist so nicht existent.

Zum einen stellt er fest, dass seine Waffen auch in die Hände derer gelangen, die auf der Welt Schrecken und Terror verbreiten und zum anderen stellt er fest, das Menschen die er zuvor nicht wahrgenommen hatte zu loyalen Anhängern erwachsen können.

Im Zuge seiner Gefangenschaft soll er von den Terroristen dazu gezwungen werden sein neustes Waffensystem in den Bergen nachzubauen, damit er damit seine Freiheit erkaufen kann.

Statt sich jedoch benutzen zu lassen benutzt Stark selbst die gegebenen Möglichkeiten um mit einem eisernen Anzug, den er in der Gefangenschaft konzipiert und baut, aus seinem Gefängnis zu entkommen.

Tony Stark hat sich durch dieses Erlebnis sehr verändert und beschließt seinen Anzug geheim zu halten und sogar noch zu verbessern. Er will sein Weltbild wieder ins Lot bringen und seine Hände rein waschen. Iron Man wird geboren. Ein Mann geläutert von seinem eigenen Schicksal. Ein Mann der beschließt, dass er ein wenig von dem angerichteten Schaden wieder gut machen will.

Marvel schickt mit Iron Man einen Helden auf die Leinwand, der durch seine etlichen Jahre, die er auf dem Buckel hat eigentlich angestaubt sein müsste. Doch ist Iron Man alles andere als angestaubt. Nur der Humor ist knochentrocken, was dem Film ein selten gesehenes Feeling verleiht.

Auch wenn einige Entscheidungen bei der Produktion umstritten waren, so hat das Gesamtkonzept alles was ein guter Film haben muss. Der Hauptdarsteller Robert Downey Jr versprüht von der ersten Minute als Tony Stark ein trockenes cooles Flair und baut dies im Laufe des Films sogar noch aus, Gwyneth Paltrow wirkt elegant und kompetent in ihrer Rolle als Pepper Potts und Jeff Bridges ist ein herrlich Zwielichtiger Charakter in diesem Film. Alle Menschen sind glaubhaft und echt gemacht. Man würde nie dran zweifeln, dass man einer solchen Person irgendwo wirklich mal über den Weg laufen könnte.

Schön ist, dass man bei Marvel in der heutigen Zeit verstanden zu haben scheint, das ein herausragender Comicfilm mit seinen Actionsequenzen lebt. Sie sind eindeutig ein wichtiger Teil der Handlung und müssen wohl abgestimmt sein, aber sie sind nicht das einzige was den Film ausmacht. Solche Fehler hatte man ja immer wieder mal gemacht und dadurch schöne Ideen zur Mittelmäßigkeit verdammt.

Der schauspielende Regisseur Jon Favreau zeigt, dass man ihm zu Recht eine solche Aufgabe zugetraut hat. Alles wirkt perfekt aufeinander eingestimmt. Die Charaktere sind herrlich bunt und so tiefgründig wie in einem Film dieser Disziplin lang nicht mehr gesehen.  Die Schnitte sind übersichtlich und gut gesetzt und wenn mit Musik gearbeitet wird, dann greift man stilsicher zu AC/DC und Konsorten, so dass man sich in seinem Kinositz unweigerlich zu einem leichten Kopfnicken hingerissen fühlt.

Iron Man ist definitiv die coolste Sau in den Reihen der Comichelden. Die Messlatte wurde in den letzten Jahren schon durch diverse gute Verfilmungen wie die X-Men sehr hoch gelegt, doch all diese werden von Iron Man leicht übertroffen ohne aufdringlich überzogen zu wirken. Der Film hat alles was man braucht in genau der Portion wie es notwendig ist um stimmig zu sein. Marvel wird es schwer haben mit den ambitionierten Projekten Hulk, Captain America und Thor dieses Niveau zu halten.

Dieser Film ist definitiv nicht nur etwas für Nerds und absolut Actionhungrige Kinobesucher. Dieser Film ist ein verdammt gutes Stück amerikanischer Heldenunterhaltung.  Ein Film bei dem es schwer fällt nicht in Superlative zu verfallen.

Ein Highlight, wenn nicht sogar das Highlight, des Kinojahres 2008

Freitag, 2.Mai 2008 - Verfasst von Schonzeit | schon gesehen... | , , , , , , , , | 5 Kommentare

5 Kommentare »

  1. Das Ding scheint ja wirklich zu brennen!!! Iwie hab ich noch niemals von Iron Man als Comic gehört…Schande über mich! Dumm dass mein Mitbewohner keine Comicverfilmungen mag :( Ich liebe solch ein Popcorn Kino!!

    Kommentar von GIGI DAG | Samstag, 3.Mai 2008

  2. Iron Man rockt wirklich. Er war früher lange Teil der “Avengers” und kam auch in mehreren Crossovers von Marvel wie zum Beispiel dem berühmten Onslaught Zyklus vor.

    Als Comic war er mir immer ein wenig zu klassisch. Da hbe ich echt immer die X-Men und Wolverine vorgezogen.

    Kommentar von Schonzeit | Samstag, 3.Mai 2008

  3. Ich sags ja.

    Kommentar von Daniela | Samstag, 3.Mai 2008

  4. @Gigi
    Vielleicht gehen wir ja noch mit Dir hin, wenn Du lieb fragst ;-)

    Kommentar von Daniela | Samstag, 3.Mai 2008

  5. Haha, Danke! Mal sehen…weil heute ist erstmal noch “Die Welle” dran. Sehr früh ey ^^ Läuft ja auch nur ungefähr schon 1000 Jahre :)

    Kommentar von GIGI DAG | Montag, 5.Mai 2008

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