Prof. Dr. Schonzeit Fussballagnostiker spricht

Hoffenheim ist das Bayern für Kurzzeitanleger

Zitat des Tages

"Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten, selbst zu Festen und zur Zerstreuung, zusammen,
 ohne dass das Gespräch in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet." 
- Adam Smith

Wenn mich jemand sucht…

Herr und Frau Schonzeit sind mit Herrn und Frau Sichtfeld was essen. JAMMI

Veröffentlicht in Schon - ung. Schlagworte: , , . 3 Kommentare »

Kurz angemerkt

Formel 1 mit Einheitsmotoren ist wie Marathon mit Höchstgeschwindigkeit.

Veröffentlicht in schon aufregend. Schlagworte: , , . 11 Kommentare »

Der Baader Meinhof Komplex

Brandanschläge, Bomben und Morde. Ein Rezept der Gegenwehr für die Menschen, die sich vom System im Stich gelassen fühlten. Ein Rezept, zusammengemischt durch die Missstände in Deutschland Ende der 60er Jahre. Die Studentenbewegung war in vollem Gange und die Jugend war hin- und hergerissen zwischen den klassisch vermittelten Werten und einem neu entdeckten Liberalismus.

Als die Ereignisse eskalieren und der Student Benno Ohnsorg durch Schüsse eines Polizisten ums Leben kommt setzen Mechanismen ein, die in den späten 70ern im „Deutschen Herbst“ gipfeln sollen. Um Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und ihren Freund Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) bildet sich eine Gruppe, der sich auch recht schnell die Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) anschließt. Gemeinsam wollen sie sich gewaltsam gegen den Staat wehren, der in ihren Augen zu einem langen Arm des amerikanischen Imperialismus verkommen ist. Erste Aktionen sind zurückhaltend und sollen Aufmerksamkeit erregen, doch immer schneller überschlagen sich die Ereignisse, bis aus teils pazifistischen Menschen die Rote Armee Fraktion erwachsen ist.

Der Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger stützt sich bei seinem Film stark auf das gleichnamige Werk von Stefan Aust. Aust, der selbst Teil der bewegenden Geschichte der RAF gewesen ist hatte sie anschaulich aufgearbeitet. Eichinger, der schon seit den späten 70er Jahren mit dem Gedanken spielte, einen Film über die „Baader Meinhof Bande“ zu machen, sah die Gelegenheit günstig. 30 Jahre nach dem „Deutschen Herbst“ wollte er mit dem Mythos aufräumen und eine Geschichte erzählen, wie sie so noch nicht da gewesen ist.

Obwohl der Stoff an sich bereits mehrfach verfilmt wurde, versucht Eichinger mithilfe des Regisseurs Uli Edel, mit dem er schon bei diversen Projekten zusammenarbeitete, einen etwas anderen Film zu machen.

Der Baader Meinhof Komplex versucht sich an einer Sichtweise der Dinge aus einer weitgehend neutralen Position. 10 Jahre Deutsche Geschichte, die das dunkelste Kapitel der Nachkriegszeit markierten, werden in diesem Film aufgearbeitet ohne vorher ein Urteil zu fällen. Es werden die Mechanismen beleuchtet, die zu eben dieser Eskalation führen konnten. Dabei hat der Film natürlich ein zeitliches Problem. In 2,5 Stunden lassen sich nur bedingt Details unterbringen. So wird ein gewisses Grundwissen in meinen Augen vorausgesetzt um sich in dem Film vollkommen zurechtzufinden. Zu viele Details müssen unbeleuchtet bleiben um den Zuschauer nicht zu überfordern.

Doch stört das den Ablauf des Films nicht im Geringsten. Auf die erste Generation der RAF fokussiert kommt man sich nie verloren vor in den Geschehnissen. Die teilweise mangelnde Tiefe der Umstände und Hintergründe wird eindeutig wett gemacht durch eine hohe Kongruenz der Ereignisse.

Die Schauspieler sind durch die Bank weg sehr gut platziert und wirken in ihren Rollen glaubwürdig. Vor allem der Wandel der Martina Gedeck als Ulrike Meinhof von einer pazifistisch eingestellten Journalistin zu einer Frau ohne Lebensmut, die ihren eigenen Freitod wählt, ist sehr schön dargestellt. Vor allem die Szenen im Stammheimer Gefängnis zeigen die Wandlung des Charakters. Einsam und isoliert ist sie unter den Menschen, für die sie ihr früheres Leben aufgegeben hatte. Hier ist anzumerken, dass sie sich intensiv auf die Rolle gefreut und detailliert vorbereitet hatte.

Auch Charaktere aus der zweiten Reihe glänzen intensiv. Sowohl Bruno Ganz als auch Jan Josef Liefers können in ihren kleinen Nischen, die die Handlung einräumt, frei entfalten. Niemals kommt der Eindruck auf, diese Rollen wären zu wenig beleuchtet oder gar für die Handlung überflüssig. Im letzten Drittel des Films zeigt sich die zweite Generation der RAF um Brigitte Mohnhaupt und trägt wichtig, wie auch real, zur Brisanz bei. Dabei wirkt jeder Schauspieler so, als hätte er sich mit dem Charakter mehr als nur befasst. Wokalek wirkt manchmal so echt als Gudrun Ensslin, dass es fast erschreckend ist.

Überhaupt wurde eine Menge Recherche betrieben. Original Dokumente wurden gesichtet, Aufnahmen angehört und versucht so gut wie möglich diese Menschen widerzuspiegeln.

Eichinger geht äußerst genau vor bei seiner Arbeit. An manchen Stellen werden die Ereignisse zwar verkürzt oder aber in umstrittenen Variationen dargestellt, doch handelt Eichinger stets zum Wohl des Films.

Technisch ist der Film auf den Punkt gemacht. Darstellung der Gewalt wirkt teilweise ein wenig Überzogen, doch stets im Rahmen der gesteckten Grenzen. Die Kameraarbeit wirkt entgegen der Trends sehr ruhig und unterstreicht somit nochmals das wichtige Ziel des Films stets aussen vor zu bleiben bei den Ereignissen, statt mittendrin. Musikalisch hat man sich mit Janis Joplin und Bob Dylan die Möglichkeit eröffnet den Zuschauer umgehend abzuholen und dorthin zu transportieren wo man ihn braucht.

Das größte Hindernis es wohl einerseits einen Film zu machen, der von den Charakteren lebte, aber auch die Taten der RAF in all ihrer Brutalität zeigte ohne dabei vom eigentlichen Kern abzulenken. Der Baader Meinhof Komplex ist ein menschliches Drama.

Der Baader Meinhof Komplex ist mehr als ein Film, doch weniger als eine Dokumentation. Man kann nicht erwarten Popcorn Kino zu finden, wenn man sich in diesen Film wagt. Zu stark sind die Bilder. Zu emotional die Darstellung des Wahnsinns der Ereignisse. Es kann nicht schaden, wenn man sich mit der Geschichte der RAF ein wenig auskennt, da manche Charaktere nur angerissen werden und Ereignisse ohne Erklärung stattfinden. Doch auch ohne das bleibt der Baader Meinhof Komplex ein wichtiger deutscher Film, der die Geschehnisse schockierend aufarbeitet und zum Nachdenken anregt.

Ein menschliches Drama ohne Happy End

Wall-E Kritik

Die Erde ist wüst und leer. Die Menschheit hat es letztendlich doch geschafft den blauen Planeten in eine stinkende, globale Müllhalde zu verwandeln. Nachdem man dieses Werk vollbracht hat, gab es für den Menschen an sich nicht mehr viel zu tun, ausser sich klammheimlich ins All zu verabschieden. Mit einem riesigen Kreuzfahrtraumschiff ging es ab ins Ungewisse.

Zurückgelassen wurde eine riesige Flotte von Robotern, die den Auftrag bekommen hatten, mal wieder richtig klar Schiff zu machen, bis die Menschen wieder zurückkommen könnten um mit allem wieder von vorn anzufangen.

Ein paar Hundert Jahre und einige geplatzte Wunschvorstellungen später ist die Erde immer noch wüst und leer. Ein Roboter nach dem nächsten hat bei dem Versuch die Erde aufzuräumen den Geist aufgegeben. Nur ein einziges Exemplar rattert immer noch friedlich durch die Gegend und hält tapfer an seinem Auftrag fest.

Im Laufe der Zeit hat das kleine Kerlchen seine Rituale und sogar eigene Emotionen entwickelt, die es ihm möglich machen, seinem Auftrag mit Spass und Neugier gegenüberzustehen. Als eines Tages ein Raumschiff fast direkt vor seiner Haustür landet ist Wall-E zuerst neugierig und dann zu Tode geängstigt. Grund dafür ist der schroffe und durchaus schießwütige Roboter EVA.

Sie scheint auf der Erde etwas bestimmtes zu suchen. Mit gebührendem Respekt folgt Wall-E ihr, mittlerweile wieder hin und weg davon ein anderes Roboterwesen zu sehen.

Wall-E ahnt noch nicht, dass EVA sein Leben komplett auf den Kopf stellen wird, und dass das was EVA sucht von entscheidender Wichtigkeit für die gesamte Menschheit ist.

Es beginnt ein rasantes Abenteuer, dass den wackeren Roboter in die Tiefen des Alls verschlägt.

Seit den ersten Anfängen der Trickfilme ist eine ganze Menge geschehen. Aus Strichmännchen in schwarz/weiß wurde mit der zeit eine komplett eigene, computergenerierte Welt. Wall-E ist das neuste Werk aus dem Hause Disney und Pixar.

In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht eine mangelnde Story durch bestechende Bilder und rasante Schnitte wett zu machen. Dies ließ befürchten, dass auch bei Wall-E schnell die Luft raus sein würde. Der Trailer hatte viel versprochen. Er versprach einen Hauptcharakter, der wirklich zum liebhaben wäre, wirklich niedliche Momente und eine bunte Story.

Und zu Beginn schwächelt Wall-E auch ein wenig an der Story. Mutig hat man sich nun mal entschieden, dass die Roboter ohne wirkliche Sprache auskommen. So müssen Bilder herhalten und fraktal immer wieder das Geschehene widergeben.

Doch nach und nach beginnt ein, wenn auch kurzweiliges, Abenteuer, welches für den genauen Betrachter sehr viele Details parat hält, die liebevoll von den Machern inszeniert wurden. So ist Wall-E für den Filmfan viel mehr, als nur ein Film irgendwo zwischen Kinder- und Erwachsenenfilm. Viel mehr wartet auf das Auge des Betrachters eine nette Hommage auf so ziemlich alles, was im Science Fiction Genre Rang und Namen hat. Schon allein das Design des Hauptcharakters erinnert sehr stark an den berühmten Nummer 5.

Mein persönliches Highlight am Film war das epische Feiern von Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ sowohl optisch als auch in Form von Strauss berühmten „Also sprach Zarathustra“. Ein Detail, das jedoch gern auch übersehen werden darf, ohne das der Film an Brillanz verliert.

Technisch setzt man im Hause Pixar wieder mal neue Maßstäbe für kommende Generationen. Jeder neue Streifen aus den hauseigenen Renderfarmen wird noch ein Stück besser und flüssiger anzuschauen. Noch mehr Details stehen den Machern zur Verfügung um die Welt von Wall-E ein Stück mehr so zu machen wie wir sie wiedererkennen können.

Wall-E ist ein durch und durch grandioses Meisterwerk, dass einzig und allein mit einer etwas dünnen Story beseelt ist. Dennoch ist für die Kleinen und die Kleingebliebenen unter uns eine Menge in diesem Film zu entdecken. Alles ist aufeinander eingeschossen und wirkt realistisch.

Von der 0ten bis zur letzten Minute wirklich sehr empfehlenswert.

Verpassen sie nicht den herrlichen Vorfilm „Presto“

Switch Reloaded – Besser als die Bild erlaubt

Ah. Die Fernsehlandschaft. Unendliche Weiten und ein Mann, nennen wir ihn RR, der sich anschickt uns bessere Unterhaltung zu bescheren.

Die Bild muss sowas natürlich aufgreifen und diverse Votings und sonstige Dinge veranstalten. Das gehört nunmal dazu. Wo die Öffentlichkeit hinschaut, da muss auch Bild hinschauen. Nur nicht zu genau wie man heute beweist. Gestolpert bin ich über diesen Fehler bei Bildblog.

Dieses Bild ist aktuell in einem Artikel zum Thema Trash TV zu sehen. Dort wird gefragt, was wir nicht mehr sehen können im TV, weil es so ätzend ist. Und da liegt nichts näher, als „Bauer sucht Frau“ mit in die Liste aufzunehmen.

Schließlich ist das Format „Reality Soap“ und somit klassisch Trash.

Doch auf dem Foto sieht man nicht wie angekündigt Inka Bause, sondern Susanne Pätzold wie sie bei „Switch Reloaded“ „Bauer sucht Frau“ verarscht.

Wenn das nicht ein schönes Lob für die Ausstatter beim Switch-Team ist, dann weiss ich auch nicht mehr weiter.

Schonzeit mal anders

Herr und Frau Schonzeit mal in gepflegtem Outfit. Damit wollte ich die Welt schon immer mal schocken. Um mich wohlzufühlen ist zumindest die Krawatte Orange.

Veröffentlicht in Schon - ung. Schlagworte: , , , , . 14 Kommentare »

Bild vergleicht Äpfel mit Birnen

 Deutschlands schnellste Meinung schlägt mal wieder zu. Nachdem man bisher offenbar erfolglos gefordert hat, dass Ferrari hart bestraft wird für die „Stallorder“ im aktuellen Formel 1 Rennen, versucht man es zumindest mit Meinungsmache auf 0 Niveau.

Stallorder ist verboten, aber Ferrari lotste Massa an Räikkönen vorbei. Muss das bestraft werden?

Ja. Ferrari hat die Regeln missachtet

Nein, das war ein normales Überholmanöver.

Niemand würde behaupten, dass Massa auf normalem Wege überholen konnte. Kein Mensch mit gesundem Menschenverstand kann das denken.

Und doch wäre: Nein. Ferrari bewegt sich in einer Grauzone und muss nicht bestraft werden.

besser gewesen um wirklich in der selben Liga zu spielen.

Veröffentlicht in schon aufregend. Schlagworte: , , . 6 Kommentare »

Halloween

 

Bald ist wieder Helloween. Ich freue mich riesig auf diesen Tag. Ist es doch das einzige Mal im Jahr, dass mich wildfremde Menschen auf der Strasse strahlend ansprechen und erwähnen wie gut ich doch aussehe oder mir Applaus spenden.

Veröffentlicht in Schon - ung, schon lustig. Schlagworte: , , . 6 Kommentare »

Zitat des Tages

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. – Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

- Douglas Adams

Angebot und Nachfrage

Gestern hörte ich im Radio, dass es schon teilweise zu Lieferengpässen kommt bei der Lieferung von Heizöl an die Kunden. Problem ist hier nicht das Öl, sondern die Kapazitäten der einzelnen Händler an Transportressourcen. Eine schöne Situation für alle, außer für die, deren Tank sowieso schon fast trocken läuft. Heiße Luft hilft nur in der Politik und da auch nicht wirklich. Doch schweife ich von dem eigentlichen Thema ab.

Grund für die vielen Bestellungen sind die niedrigen Rohölpreise, die in der letzten Zeit rapide gepurzelt sind. Die Nachfrage auf dem Markt hätte nachgelassen und man würde nun den niedrigen Rohölpreis an die Kunden weitergeben.

Ich persönlich glaube nicht an einen Zufall, dass der Rohölpreis purzelt, seitdem meine Freundin nicht mehr jeden Tag durch das halbe Schleswig-Holstein juckeln muss um ihren Dienst an der Menschheit zu leisten. Brav und umweltschonend geht sie nun jeden Tag zu Fuss.

Wenn also in den nächsten Tagen eure Geldbörse gefährlich schwer bleibt nach dem Tanken, dann ist daran garantiert meine Freundin Schuld und ich wette sie schämt sich nicht mal dafür.

Danke dafür, dass es nun auch im Winter überall wohlig warm sein darf. Das ist wahre Menschenliebe gepaart mit eindeutiger Sozialkompetenz und völliger Unkenntnis über aktuelle Spritpreise.

Anzeigeprobleme

Gilt der Satz: „Wenn diese Nachricht nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.“ eigentlich auch für schlechtes Deutsch im Betreff?

Wenn man kein vernünftiges Deutsch schreiben kann, dann wäre es in meinen Augen völlig OK bei englischen Sachen zu bleiben. Ehrlich. Man muss nicht mit Gewalt in der Gegend rumkrampfen um Anglizismen zu vermeiden. Vor allem wenn man Computer-Spiele loswerden möchte. Die Käuferschicht dafür ist Anglizismen sowieso eher positiv gegenüber aufgestellt und versteht vielleicht diese grammatikalische Vergewaltigung nicht, oder merkt einfach nicht, dass daran etwas komisch ist. Das wäre auch möglich.

Whatever (<- das ist Englisch)

Denn sie wissen nicht wohin sie rollen…

Es waren einmal zwei Bürostühle, die sich über eine Kontaktanzeige kennengelernt hatten.

Süße „Chair“  in bestem Alter sucht gepflegten gern auch reiferen Herren zum anlehnen.

Schon bald meldete er sich und sprach von der großen weiten Welt. In Kiel lebte er und wollte sie treffen. Armlehnen über Rückenlehne setzte sie sich in den nächsten Zug und fuhr in die schönste Landeshauptstadt der Welt um ihn zu treffen. Den herrlichen Typen mit der Lederhaut, der ihr das Gestänge vor Sehnsucht quietschen ließ.

Sie erreichte Kiel an einem Montag und stellte fest, dass dies wirklich die große weite Welt ist. Sie kannte bisher nur ihr Büro und wusste nicht, dass es so viel Platz gab. Und kaum Stühle waren zu sehen, dafür aber ganz viele Ärsche.

Sie irrte durch die Gegend und fand schließlich ein Weingeschäft. Da ihr Stuhl ein Mann von Welt war dachte sie, dass er früher oder später auf jeden Fall hier vorbeikommen würde.

Währenddessen stellte der Stuhl, der auf den Namen „Rollo“ hörte, fest, dass Chair nicht mehr auf seine Nachrichten reagierte. Er rief in ihrem Büro an und hörte von Lehna, einer Kollegin Chairs, dass diese aufgebrochen war um ihn zu treffen und zu überraschen.

Es wurde Nacht in Kiel und immer noch stand Chair an ihrem Platz vor der Weinhandlung. Irgendwann in dieser Nacht passierte es. Ein Arsch kam vorbei und schändete sie. Am nächsten Morgen stand von ihr nur noch ein Gerippe am Straßenrand. Ihre Beine und die Rollen. Mehr war von der sehnsüchtigen Chair nicht übrig geblieben.

Noch ein Tag verging und wieder hatte sich jemand an Chair vergangen. Ihre Beine wurden ein Stück die Straße hochgeschleppt und dort wurden ihr auch noch brutal die Rollen ausgerissen und der Rest dann achtlos beiseite geworfen. So endete sie. Ihre Leiche geschändet von den Ärschen in der Stadt, die sie so sehr angezogen hatte.

 

Als Rollo einen Tag später immer noch nichts von Chair gehört hatte, hielt er es nicht mehr aus. Er musste auf die Straße. Er musste sie suchen. Ohne sie wollte er nicht mehr sein. Sie hatte ihm ein völlig neues Lebensgefühl gegeben. Ihm gezeigt, dass er auch trotz der Jahre, die er schon auf der Lehne hatte, noch ein wertvolles Stück Möbel war.

Er suchte überall wo ihn seine Rollen hintrugen. Doch er konnte sie nicht finden. Geknickt und niedergeschlagen gab er auf. Ihm fehlte es an Kraft. Es hatte keinen Zweck. Ohne sie wollte er nicht sein. Er blieb einfach dort stehen, wo er war und wartete auf die Erlösung durch den großen Müllmann.

Was er nicht ahnte. Nur knapp 200 Meter trennten die beiden voneinander. Und als der große Müllmann ihn schließlich holte, landete er mit den Resten von Chair auf ein und demselben Wagen. Vereint nicht im Leben, aber im großen Himmel, wo alle Teppiche weich und flauschig sind und niemals durch die Rollen abnutzen. Wo nur Ärsche mit passendem Gewicht pfleglich mit ihnen umgehen. Und wenn man kurz seine Augen schließt, dann kann man hören, wie sie irgendwo da oben in typisch ledriger Art ihre Lehnen aneinander reiben und die Welt um sie herum vergessen.

Polarkreis 18 – Allein Allein – Krabat OST

 

Ich habe ja schon in meiner Krabat Kritik über dieses Lied geschrieben. Der Track selbst ist eigentlich sehr nett, wenn auch seicht, passt aber nicht zu einem düsteren Fantasy Film. Viel passender finde ich da schon die Pro7 Inszenierung des Tracks. Diese zeigen die aktuelle Werbung zum TV Total Turmspringen mit eben diesem Titel. Da passt das ganze. Es ist dann ein wenig episch und vor allem energetisch.

Krabat – Kritik

 

1971 veröffentlichte Otfried Preußler die Geschichte des jungen Krabat, das auf einer alten sorbischen Sage beruht. In der Geschichte wird der Waisenjunge Krabat (David Kross) während des großen nordischen Kriegs vom Schicksal gebeutelt. Seine Eltern verloren verdingt er sich mit Betteln und als Sternensinger, als ihn in seinen Träumen eine Stimme zu der Mühle im Koselbruch nahe dem ostsächsischen Schwarzkollm ruft.

Bei der Mühle angekommen bietet ihm der Meister der Mühle (Christian Redl) ein besseres Leben indem er ihm vorschlägt ihn in seine Dienste zu nehmen und auszubilden. Die Ausbildung umfasst das Müllerhandwerk und alles andere. Noch ahnt Krabat nicht, dass er sich in die Fänge eines dunklen Hexenmeisters begeben hat. Er lernt die anderen elf Gesellen kennen und stellt fest, dass es in der Gruppe schwierig wird sich zu behaupten. Einzig der Altgeselle Tonda (Daniel Brühl) nimmt den eingeschüchterten Jungen unter seine Fittiche und hilft ihm.

Nach und nach eröffnet sich eine neue Welt voll dunkler Magie und Rituale, die ihn verheißungsvoll anzieht. Bei einem heimlichen Besuch im benachbarten Schwarzkollm entdeckt Krabat die Liebe für sich. Das schöne Mädchen Kantorka (Paula Kalenberg) stiehlt ihm das Herz und Tonda rät ihm die Mühle noch in dieser Nacht zu verlassen. Auch er hat eine Liebe, doch scheint ihn etwas von ihr zu trennen. Nur kurz spricht er mit seiner Worschula (Anna Thalbach) bevor beide zur Mühle zurückkehren.

Als der Meister herausfindet, dass Tonda eine Freundin hat, wird diese kurze Zeit später tot angespült und Tonda wird immer mehr zum Schatten seiner selbst. Nichts scheint ihn mehr am Leben teilhaben zu lassen. Schließlich findet man ihn am Neujahrsmorgen tot und langsam geht Krabat auf, dass auch dies ein Ritual ist. Er ist Teil eines immer wiederkehrenden Kreislaufs aus Magie und Tod.

Verzweifelt sucht er nach einem Ausweg und findet Verbündete wo er sie nicht erahnte. Neue Möglichkeiten eröffnen sich ihm um sich der Herrschaft des Meisters zu entziehen und sein Glück zu finden.

„Krabat“ ist ein düsteres Märchen mit vielen Bildern und Metaphern, die einen in ihren Bann ziehen können. Sitzt man im Kino ohne die Vorlage zu diesem Film zu kennen kann man sich leicht verlieren in dem gezeigten. Doch schafft es der Regisseur Marco Kreuzpaintner, der auch am Drehbuch mitarbeitete, nicht aus den gegebenen Umständen ein wirklich faszinierendes Bild zu machen.

Vielmehr muss man bei genauerer Betrachtung die fehlende Erfahrung des Regisseurs mit ansehen. Zu bemüht ist der Film über weite Strecken. Die Schauspieler sind meist überzeugend und geben sich Mühe gegen das anzukämpfen, was diesem Projekt im Weg steht.

Technisch krampft das Werk an den entscheidenden Stellen, die spannende Höhepunkte des Films sein sollten. Bei einer Kampfsequenz im Verlauf des Films wird versucht durch wilde Schnitte und schräge Kamerafahrten mit Unschärfe und diversen anderen Effekten etwas Besonderes zu schaffen. Doch unterm Strich wirkt jede dieser Einstellungen chaotisch und unkoordiniert.

Ein großes Lob gebührt hingegen der Ausstattung. Die Kulissen und die Kostüme sind großartig und stimmungsvoll. Sie vermitteln den notwendigen realistischen Charakter und bringen einem zugleich einen düsteren Schauer mit. Sie sind so, wie der Rest des Films hätte sein müssen.

Bei Krabat stimmt einiges, doch eben nicht genug um mehr als Mittelmaß zu sein. Doch wie bereits erwähnt gibt es eine Chance sich dennoch in seinen Bann ziehen zu lassen. Es ist möglich sich zurückzulehnen und einfach das zu genießen was da hätte sein können. Der Film oder vielmehr der Stoff an sich strotzt nur so vor Potential und Atmosphäre. Beides hat man leider Gottes verschenkt. So viel mehr hätte man leisten können, wenn man gewollt hätte. So viel mehr hätte man aus den Schauspielern und auch ihren Charakteren rausholen können, wenn man es nur konsequent angefasst hätte. Stattdessen hetzt der Film an atmosphärischen Stellen und gibt sich zu viel Längen an Stellen, die nebensächlich sind.

Und zum Abschluss, wie um zu beweisen das man keinen Plan hatte bei der Arbeit, klingt der Film nicht mit düsteren, tragenden Klängen aus, sondern wird beendet von dem quietschigen „Allein Allein“ von Polarkreis 18. Jeder, der bis dahin an dem Film auch nur einen Hauch Atmosphäre fand, verliert dieses Gefühl automatisch und wahrscheinlich unwiederbringlich.

Diesen Film sollte man mit Vorsicht genießen. Es gibt eindeutig bessere Filme und wären die schönen Bilder nicht, würde der Film innerhalb kürzester Zeit verblassen. So hinterlässt er einen nicht allzu störenden Eindruck und mit etwas Glück Lust das Potential durch Griff zu der Romanvorlage auszuloten.  

Yes – it’s back

Vor einigen Jahren kam Nestle auf die drollige Idee, dass Yes aus dem Sortiment gestrichen werden soll. Ich gebe zu, dass ich knapp 3 Jahre gebraucht habe um dies zu bemerken. Doch diesmal ging es schneller. Die kleine Torte aus meiner Jugendzeit ist wieder da. Seht selbst.

 

Und nun habe ich es mir gegönnt. Mein Caramel Yes war etwas kleiner und weniger fluffig als ich es in Erinnerung hatte. Da gibt es mittlerweile bessere. Doch es schmeckte herrlich süß. Auch das habe ich nicht so in Erinnerung. Denke das man daran noch arbeiten sollte, wenn man Yes wieder ständig auf dem Markt etablieren will.

 

Erstmal aber:

Welcome back Old Friend

Veröffentlicht in schon getestet. Schlagworte: , , , . 20 Kommentare »

Flashmob Kiel – Kissenschlacht

Am Samstag war es wieder so weit. Um 16 Uhr gab es in der Kieler Innenstadt einen kurzen Pfiff und die Kissenschlacht auf dem Europaplatz war eröffnet. Wenn sich wildfremde Leute treffen um einfach mal aus der Reihe für einen kurzen Moment irgendwas sinnlos abgedrehtes zu tun, dann nennt man das Flashmob.

Wild wurde aufeinander losgestürmt und gefühlt stundenlang mit Kissen um sich gehauen. Man verabredet sich im Geheimen und trifft sich dann öffentlich. Das ganze wäre eigentlich auch hier völlig überraschend gewesen, wenn nicht die Spielverderber von den Medien wie RSH schon im Vorfeld über dieses Ereignis berichtet hätten und somit einige Zuschauer sich absichtlich eingefunden hatten.

Und wer war mittendrin statt nur dabei? Der Schonzeit mit seiner Freundin.

Als Beweis hier mal eingekreist. Ich schau auch noch mal, ob es ein Video von der Veranstaltung gibt.

Sprachlosigkeit

Gestern textete ich seit ewig langer Zeit mal wieder mit einem Menschen, der früher mal ein enger Freund von mir gewesen ist. Das Schicksal und unterschiedliche Ansichten über das Leben an sich führten uns in unterschiedliche Wege, was für jeden sicherlich richtig gewesen ist.

Nach kurzer Zeit kamen wir auf das Thema Kultur zu sprechen. Ich eröffnete ihm damit, dass ja bald wieder die Theater Saison losgeht und ich mich darauf schon freuen würde.

Er druckste um das Thema Kultur herum. Er dürfe ja über Kultur nicht reden. Natürlich hakte ich nach und dachte mir nichts böses dabei. ich wusste ja, dass diese Person mit sowas wie Theater nix anfangen können würde. Doch was dann kam hebelte mich aus dem Sattel.

„Es ist nur so, dass wir deutschen seit 60 Jahren für unsere Kultur bestraft werden.“

Ähm. Was war das denn?

„Naja. Ich glaube schon, dass wir die Juden damals vertrieben haben, aber ich glaube halt nicht, dass es sowas wie einen Holocaust gegeben hat.“

Ich musste mir eingestehen, dass auch ich Menschen kenne, die so denken. Das machte mich betroffen und traurig und vor allem immens sprachlos. Eine schreckliche Erkenntnis für einen aufgeschlossenen Mensch, der sich fragt, was dazu führte, dass dieser Mensch genauso denkt, wie er denkt.

Er schickte mir noch Links über eine geheime Wahrheit hinter der Wahrheit und bat mich, mich damit zu beschäftigen. Ich sagte erstmal zu. 

Eine Ablehnung hätte wahrscheinlich nur den Eindruck unterstrichen, dass die breite Masse sich nicht mit unangenehmen Wahrheiten beschäftigen will. Klar will ich mich mit unangenehmen Dingen nicht beschäftigen und mein Bild von der Person hat sich nicht grad positiv verändert. Doch möchte ich verstehen. Möchte wissen was dazu führte, dass Menschen sich von diesen „Wahrheiten“ einnehmen lassen.

Und dennoch weiss ich noch nicht, was ich will. Will ich mich noch weiter mit diesem Menschen auseinandersetzen oder will ich ihn zukünftig meiden? Oder will ich gar versuchen ihn eines besseren zu belehren?

Eine schreckliche Situation. Ich glaube fest daran, dass wir nicht die Geschichte der Sieger gelernt haben, sondern die Geschichte wie sie sich zutrug.

ich weiss selbst nicht, warum ich das hier schreibe. Vielleicht erhoffe ich mir Antworten oder aber auch einfach nur ein wenig Entspannung dadurch dies zu verarbeiten.

Veröffentlicht in schon aufregend. Schlagworte: , , . 7 Kommentare »

Ein Wort Stöckchen

Ich hab mir einfach mal bei Zimtapfel ein Stöckchen aufgeklaubt und fülle es nun gern aus. Es geht darum sich kurz zu fassen.

1.) Wo ist Dein Handy? Sofa
2.) Dein Partner? Sporten
3.) Deine Haare? flüchtend
4.) Deine Mama? interessant
5.) Dein Papa? gesundend
6.) Lieblingsgegenstand? Notebook
7.) Dein Traum von letzter Nacht? zensiert
8.) Dein Lieblingsgetränk? Guinness
9.) Dein Traumauto? Smart for four
10.) Der Raum in dem Du dich befindest? Wohnzimmer
11.) Deine Ex? weiblich
12.) Deine Angst? Einsamkeit
13.) Was möchtest Du in 10 Jahren sein? sorglos
14.) Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? Sonja
15.) Was bist Du nicht? einfach
16.) Das letzte was Du getan hast? naschen
17.) Was trägst Du? Schlafanzug
18.) Dein Lieblingsbuch? uff…
19.) Das letzte was Du gegessen hast? Banane
20.) Dein Leben? Chaos
21.) Deine Stimmung? melancholisch
22.) Deine Freunde? schwindend
23.) Woran denkst Du gerade? fününününü
24.) Was machst Du gerade? zappen
25.) Dein Sommer? kurz
26.) Was läuft in Deinem TV? jetzt? Bud spencer
27.) Wann hast Du das letzte Mal gelacht? eben
28.) Das letzte Mal geweint? kürzlich
29.) Schule? fatal
30.) Was hörst Du gerade? Werbung
31.) Liebste Wochenendbeschäftigung? Spieleabende
32.) Traumjob? Comedian
33.) Dein Computer? Dell
34.) Außerhalb Deines Fensters? Kiel
35.) Bier? Guinness
36.) Mexikanisches Essen? Yehaa
37.) Winter? schlittschuhlaufen
38.) Religion? ausgetreten
39.) Urlaub? noch nie
40.) Auf Deinem Bett? Bettdecken
41.) Liebe? leidenschaftlich

So. Ich habe keinen Überblick, wer das Ding schon hatte und wer nicht. DA! Für euch.

Veröffentlicht in Schon - ung. Schlagworte: , , . 17 Kommentare »