Simple Minds – Graffiti Soul World Tour Hamburg 17.06.2009

SIMPLE MINDS - graffiti soul

Ziemlich genau 3 Jahre nach dem letzten Besuch der Simple Minds stand wieder ein Besuch im Hamburger Stadtpark an. Und schon bei der Anreise zeigte sich wieder, dass Gott Simple Minds Fan ist. Das Wetter war großartig. Kaum ein Wölkchen am Himmel und angenehme Temperaturen.

Während das Vorprogramm mit „Arno Carstens“ lief, den man am ehesten aus der Langnese Werbung mit dem Lied „The Magic of Home“ kennt,  noch vor sich hin plänkelte, stärkten wir uns mit den angebotenen Speisen und während das erste Bier die Kehle runter glitt wurde die Vorfreude immer größer.

Um kurz nach 20.00 Uhr war es endlich so weit. Jim Kerr und der Rest der Simple Minds betraten die Bühne und brachten mit einer Cover Version des T-Rex Klassikers „Children of the Revolution“ ungewohnte Töne zu Beginn eines Konzerts zum klingen.

Der Funke sprang auch nicht sofort über bei diesem Lied und auch als direkt danach der frühere Eröffnungsklassiker „Waterfront“ geschmettert wurde, war der Enthusiasmus noch ein wenig verhalten. Ich selbst hätte mir dann ja gewünscht Waterfront wenn schon nicht am Anfang, dann richtig spät zu bringen.

Doch insgesamt war der Bogen schön gespannt. Während sich die Band und das Publikum warmliefen wurde von neuen Stücken des aktuellen Albums hin zu wirklich alten Klassikern alles rausgeholt, was das Herz eines Simple Minds Fans höher schlagen lässt.

Natürlich dürfen Klassiker wie „Don’t you forget about me“, „Promised you a miracle“ oder auch „Alive and Kickin’“ nicht fehlen. Diese Stücke dominieren die zweite Hälfte des regulären Programms und sorgen für eine ausgelassene Stimmung im gesamten Stadtpark.

Selbst in den letzten Reihen werden die Refrains mitgesungen und es wird geklatscht, was das Zeug hält. Dafür sind die Fans hier um sich an den Höhepunkten der Band zu laben und mit ihnen 30 Jahre Bandgeschichte zu zelebrieren. Als nach 1,5 Stunden Alive and kickin’ verklingt, ist das reguläre Programm abgeschlossen und nirgends ist ein Zweifel, dass das zwar großartig war und sein Geld wert, aber die Band und das Publikum noch nach mehr lechzen.

Energiegeladen geht es dann auch weiter und eines der Highlights der jüngeren Simple Minds Zeit vom letzten Album Black and White, was eines meiner liebsten ist, wird zum Besten gegeben. Home heißt das Stück und bringt sehr viel positiver Energie in die Runde, bevor es massiv besinnlich wird.

Etwas komisch ist es schon, wenn Jim Kerr unter einem König Pilsener Schild steht und die Hymne der Krombachertrinker Belfast Child angestimmt wird. Doch letztlich ist das natürlich egal, wenn der Sänger tief in die emotionale Kiste greift und die Ballade zu einem herzergreifenden Ereignis zum schwärmen macht. Bis in die letzte Reihe ist die Rührung zu spüren.

Nachdem man sich noch mal auf die Bühne bitten lässt verabschiedet sich die Gruppe schließlich nach etwas mehr als 2 Stunden endgültig und entlässt mit einem grandios gefeuerten „Ghostdancing“

Die Simple Minds sind immer ihr Geld wert. Unterhaltung auf hohem Niveau, das stark an Albumqualität rankommt. Und auch, wenn ich das letzte Konzert einen Tick besser fand, so ist dieses Konzert ein absolutes Highlight. Wer die Simple Minds noch aus den 80ern kennt, sollte sich mit den aktuellen Alben Black and White und Graffiti Soul vertraut machen, denn auch da ist wieder eine Menge gute Musik dabei. Und auch nach 30 Jahren ist man noch nicht müde.

Unsere Gruppe verließ gut gelaunt das Gelände und es ist klar. Wenn die Simple Minds wieder einladen zu einem gemeinsamen Abend, dann sind auch wir wieder dabei.

Wie gut das Konzert war, merkt man schon allein daran, dass ich zwei tage überlegen musste bevor mir aufging, dass ich tatsächlich ein Lied vermisst habe. „Let there be love“ wurde nicht gespielt und fehlt mir ein wenig. Doch wie gesagt fiel mir dies erst nach zwei Tagen auf und ist somit ein Beweis für die Qualität des Abends.

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