Bei Feronia habe ich mir eine Art Stöckchen aufgegabelt. Die 15 Bücher, die einen am meisten geprägt haben in 15 Minuten. Kurz Revue passieren lassen. Erstmal steht mir der Angstschweiß auf der Stirn, da ich mich natürlich frage, ob ich überhaupt 15 Bücher schaffen kann. Natürlich habe ich mehr als 15 gelesen, aber zumeist triviales und nichts, was mich wirklich bewegte.
Und dann kommt der Gedanke: Ach was soll‘s. Dann merkt man eben wie oberflächlich meine Liebe zur Literatur ist und das ich mich oft mit dem billigen, schnellen Vergnügen abgebe, statt eine tiefgründige Bindung anzustreben. Und dann kommt mir gleich als erstes ein wertvoller Schatz in den Sinn. Ein Stück, das mich sehr bewegte und mit dem ich sogar romantische Erinnerungen verknüpfe.
Dann ist plötzlich alles ganz einfach und somit präsentiere ich meine 15 Bücher, die mich bewegten:
1. Hamlet ( William Shakespeare)
Hamlet ist in meinen Augen die bedeutendste Tragödie, die es jemals gegeben hat. Die Brisanz des Stoffes ist auch heute noch spürbar und Verrat und Mord um seine eigenen Ziele zu erreichen oder aus Rache sind immer noch „unseres Fleisches Erbteil“. Ein mächtiges Stück, das zum Schluss deutlich zeigt, dass das Leben keine Gewinner zulässt, wenn man sich auf dunkle Machenschaften einlässt.
Shakespeare befindet sich in meinen Augen bei Hamlet auf dem geistigen Höhepunkt seines Schaffens. Wird von vielen Leuten Romeo und Julia als sein bestes Stück angesehen schüttele ich darüber schon seit ewigen Jahren immer wieder den Kopf. Hamlet bringt mit schmutziger Intensität auf den Punkt, wie seine Umgebung sich hat täuschen lassen von dem Mann, der seinen Vater ermordete nur um den Thron und seine Mutter zu bekommen. Der Ruf nach Rache treibt ihn in den Wahnsinn und viele Leute um ihn herum ins Verderben.
Kein Stück auf der Welt habe ich so häufig gelesen wie Hamlet und doch merke ich nach einiger zeit wieder wie es mir entgleitet und ich die Handlung verliere. Dann setze ich mich wieder hin und rufe mir durch Lektüre ins Gedächtnis, was Shakespeare so faul im Staate Dänemark fand. Zu Shakespeare gelangte ich dadurch, dass sich jeder zweite Literat auf ihn beruft und auch in Serien wie Star Trek gern immer mal wieder Shakespeare aus der Kiste gezogen wird um für ein Zitat oder eine Metapher gut zu sein.
2. Der gelbe Vogel ( Myron Levoy)
Ich hasse Schulliteratur. Meist wurden dadurch wirklich schöne Stücke einfach so zerquält. Ist wie mit allem. Wenn es mit zu viel Druck auf einem lastet, dann kann sich nichts entfalten. Ich erinnere mich noch, dass wir damals in der Schule schon fast ein ganzes Schuljahr lang uns im Geschichtsunterricht mit dem Nationalsozialismus beschäftigt hatten. Wir wurden in Schindlers Liste geschleift und mussten uns den zweiten Weltkrieg aus jeder erdenklichen Perspektive ansehen. Ergebnis: Abstumpfung statt Aufklärung. Eine der erstaunlichsten Erkenntnisse meines Lebens. Und mitten in dieser „braunen Einöde“ kam unsere Lehrerin für Deutsch und Geschichte darauf auch noch „Der gelbe Vogel“ zu lesen. Ein Stück über ein 12jähriges jüdisches Mädchen, das von den Leiden des Kriegs traumatisiert wurde. Sie hat es mit ihrer Mutter geschafft den Nazis nach Amerika zu entkommen. Dort trifft sie auf den jungen Alan, oder vielmehr er auf sie, da er der Hauptcharakter ist. Für ihn ist der Krieg in Europa was Entferntes und er versucht zu verstehen wie der Krieg ist und was er der kleinen Naomi antat. Eine tragische Geschichte ohne Happy End, die mich wieder aus der Lethargie holte.
3. Der Hauptmann von Köpenick (Carl Zuckmayer)
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Zuckmayer die Art und Weise, wie ein einfacher Mann von der Straße, den gesamten deutschen Militärapparat und auch das Volk als Obrigkeitshörig abstraft. Als Wilhelm Voigt keine Arbeit findet und auch kein Aufenthaltsrecht mehr hat entschließt er sich das Rathaus von Köpenick zu stürmen. Nicht einfach so, sondern mit Stil. Auf dem Trödel kauft er sich eine Uniform eines Hauptmanns zusammen und übernimmt kurzerhand auf der Straße das Kommando über ein paar Mann einer Militärpatrouille. Mit ihnen besetzt er das Rathaus von Köpenick und lässt sich die Stadtkasse aushändigen. Im Stück geht es dem falschen Hauptmann dabei um Ehre und seine Papiere, im wahren Leben wahrscheinlich mehr um das Geld. Das Motto des Films: „Ohne Arbeit keine Papiere und ohne Papiere keine Arbeit.“ Ist auch heute noch ein Beispiel für die Sinnlosigkeit mancher Vorgaben denen wir uns unterwerfen. Das Aufbegehren des kleinen Mannes auf der Straße, der sich wehrt hat damals sogar den Kaiser amüsiert und Wilhelm Voigt eine Begnadigung beschert.
4. Die unendliche Geschichte (Michael Ende)
Die Abenteuer in Fantasien sind in diversen Filmen verfilmt worden und ich gebe zu, dass auch ich zuerst nur die Filmvorlage kannte und wirklich großartig fand. Ich hörte, dass Michael Ende mit der Umsetzung starke Probleme hatte und konnte mir nicht vorstellen, wie etwas so großartiges nicht den Geschmack des Autors treffen konnte. Ich vermutete Animositäten, beschloss aber dennoch das Buch einmal zu lesen. Nachdem ich die Lektüre beiseite gelegt hatte wusste ich, was Michael Ende so störte. Das schier unendliche Fantasien war konserviert worden. Essenzen davon in einen Film gepresst ohne wirklich den Geist mit sich zu nehmen.
5. Der Fänger im Roggen (J.D. Salinger)
Mein Philosophielehrer in der Schule drückte mir eben dieses Buch in die Hand mit den Worten: „Hier. Ich bitte dich das zu lesen. Vielleicht wird dir ein wenig mehr dadurch über dich klar.“
Ich weiß nicht, was mich dazu brachte es wirklich zu lesen. Wahrscheinlich, weil mein Lehrer mich darum bat es zu tun, obwohl es keine Schulaufgabe war. Ich hatte eine schwierige Jugend. Damit meine ich nicht mein Elternhaus, sondern mich. Ich denke ich war sogar depressiv und trage davon immer noch viel in mir. Der Fänger im Roggen zeigte mir, dass auch andere Menschen ihr Päckchen zu tragen haben und mit ihren eigenen Gefühlen oftmals nicht klarkommen und sich als Außenseiter sehen. In der Tat lernte ich durch das Buch etwas über mich. Vor allem, dass es manchmal nur Kleinigkeiten sind, die uns dazu bringen etwas anzupacken oder aber sich selbst aufzugeben.
6. Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams)
Sowas wie meine persönliche kleine Bibel. Douglas Adams war ein großartiger Mann, der es wie kein anderer schaffte Fakten in völlig irrationale Zusammenhänge zu bringen und dem ganzen einen plausiblen Touch zu geben. Die Bücher der „Anhalter Serie“ sind eine wertvolle Ergänzung der Weltliteratur. Die Geschichte um den vertrottelten Arthur Dent, der versucht sein Haus vor dem Abriss zu retten. Dies soll aufgrund des Baus einer Umgehungsstraße abgerissen werden. Es ist ein Wink des Schicksals, dass Arthur mit dem etwas komisch angehauchten Ford Prefect befreundet ist. Dieser kommt in Wirklichkeit nicht von der Erde, sondern von einem anderen Planeten. Das hilft zwar dem Haus von Arthur nichts, da es dennoch abgerissen wird, aber zumindest Arthur. Als die Erde aufgrund des Baus einer Hyperraumumgehungsstraße nämlich komplett abgerissen wird, entkommen die beiden und Arthur lernt das Universum von einer ganz anderen Perspektive kennen. Eine verrückte Reise durch Raum und Zeit erwartet ihn. Und über allem steht die Antwort auf alle Fragen des Universums: 42
7. Wachen, Wachen (Terry Pratchett)
Was Douglas Adams für die Science Fiction Literatur tat, tat derweil ein ganz anderer Mann im Bereich der fantastischen Literatur. Terry Pratchett ist ein Mann, dessen imaginäres Potential mich jedes Mal wieder erneut in Erstaunen setzt. Er hat die Möglichkeit einem eine Welt mit Magie auf humoristische Art so nahe zu bringen, dass man seine eigene Nachbarschaft danach mit anderen Augen sieht. Pratchett schreibt viel über die Scheibenwelt. Eine Welt, die unserem mittelalterlichen Weltbild sehr ähnlich sieht und nur durch ein wenig (mehr) Magie etwas verschroben wirkt. Dabei sind meine Lieblingscharaktere die der Wache der Hauptstadt der Scheibenwelt. Geführt von einem genialen Irren, der es schafft durch ein wohl gestricktes Netz aus Intrigen und Gegenintrigen die Stadt genauso wie sie ist am Laufen zu halten. Er legalisiert Assassinen und pfercht sie in eine Gilde um Morde zu verhindern, und Diebstahl ist ebenfalls über Gilden erlaubt, was ihm auch da sehr viel Kontrolle ermöglicht. Fast scheint eine Nachtwache überflüssig, da die Gilden ihre eigenen Probleme selbst lösen. Doch dann geschehen in der Stadt Dinge, die aus einer Truppe von Verlieren, die Retter der Stadt machen und im Laufe vieler weiterer Abenteuer einen großen Haufen liebenswerter Verlierer macht, die zufällig dennoch immer die Welt retten.
8. Harry Potter (Joanne K. Rowling)
Kaum ein Buch hat in den letzten zehn Jahren so viel Eindruck auf der Welt hinterlassen. Ich selbst habe mich lange gegen den Schund gewährt. Habe nicht verstanden, wie sich erwachsene Menschen auf ein Kinderbuch dieser Güte einlassen können. Überall um mich rum bekamen Leute einen glasigen Blick, wenn sie von den Potter Büchern sprachen. Mich ließ das Ganze sehr kalt. Erst eine Freundin von mir, die mich bekniete mit ihr in den ersten Potter Film im Kino zu gehen löste dieses Problem. Aus früheren Erfahrungen wusste ich, dass schriftliche Vorlagen meist mehr Qualität haben und nahm mir vor das Buch bis zum Kinotermin zu lesen. Ich meine dass damals vier Bücher in Deutsch erhältlich waren. Auf jeden Fall hatte ich dann bis zum eigentlichen Kinotermin tatsächlich alle Bücher gelesen und fühlte mich angesteckt. Rowling schafft es so zu schreiben, dass sie anscheinend spielend wirklich allen Leuten etwas vermitteln kann, wenn die sich auf den Stoff einlassen wollen. Eine Fertigkeit, die mir immer noch Ehrfurcht einflößt.
9. Der Wüstenplanet (Frank Herbert)
1984 verfilmte man diesen Stoff sehr aufwendig fürs Kino und irgendwann Anfang der 90er stolperte ich über dieses visuell berauschende Stück filmischer Kunst. Es machte bei mir Hunger auf mehr und ich wollte wissen, wie die Vision hinter dem Film aussieht. Frank Herberts episches Meisterwerk ist harte, dröge, schwere Kost, die verdaut werden will. Im Vordergrund dieses Buches über die Familie Atreides, die in einem Komplott ausgelöscht werden soll, steht der junge Paul Atreides, der die Auslöschung seines Hauses überlebt und schnell zu einer Art Gott auf dem Planeten Arrakis aufsteigt. Das ursprüngliche Komplott mit dem man sich eine lästige Adelsfamilie vom Hals schaffen wollte bringt Paul in die Lage, das gesamte zivilisierte Universum als Geisel zu nehmen und seine Widersacher zur Strecke zu bringen. Dune / Der Wüstenplanet ist dabei so erstaunlich ausführlich und stellt jedes kleine Schräubchen dar, das eine Gesellschaft in sich stimmig zum funktionieren bringt. Während die Handlung teilweise zurücktreten muss, schildert Herbert in allen Facetten, die Welt, in der sich alles abspielt. Eine wunderbare Studie sozialer Zusammenhänge.
10. 1984 (George Orwell)
Wenn heutzutage jemand über „Big Brother“ redet, dann meint die Person in der Regel eine ziemlich schlechte Sendung auf RTL2, die im Grunde genommen eine Karikatur ihres Namensgebenden großen Bruders ist. In 1984 ist die ganze Welt in ein totalitäres Regime gepfercht. Jede einzelne Verfehlung wird aufgezeichnet und vom Staat geahndet. Der Hauptcharakter Winston arbeitet im Ministerium für Wahrheit und stolpert bald darüber, dass der Name nur Schein ist. Er ist Teil einer Maschinerie, die den Bürger systematisch manipuliert und dafür sorgt, dass der Staat auf dogmatische Art und Weise immer recht hat. Wird der ehemalige Verbündete in einem dauerhaft andauernden Krieg plötzlich Feind und der ehemalige Feind Verbündeter, werden alle Spuren ausgelöscht, dass es überhaupt jemals anders gewesen sein könnte. Der Status Quo bleibt immer gewahrt. Angst und Terror verhindern eine Bindung der Leute aneinander. Im Laufe des Buches lehnt sich Winston jedoch auf und verliert gegen das System. Er verliert alles. Sein Leben, seine Liebe Julia und sogar sich selbst. Eine unschlagbar dichte und immer wieder bedrohliche Dystopie, die einem in den Sinn rufen sollte, dem Staat nicht zu viel Macht einzuräumen, ebenso wie den Medien. Mich hat das Buch sehr bewegt und mir die Augen geöffnet nicht zu sorglos mit der Freiheit an sich umzugehen.
11. Schöne neue Welt (Aldous Huxley)
Wie auch 1984 ist Schöne neue Welt eine der tragenden Dystopien, die trotz ihres Alters von nunmehr 77 Jahren nichts an ihrer Brisanz eingebüßt hat. Im Gegenteil. Die Lehren, die dieses Buch versucht zu verbreiten sind heute gültiger denn je. Die Gesellschaft von Morgen ist genormt und auf eine staatlich kontrollierte Sexualität ausgerichtet. Anders als bei 1984 wird hier die Sexualität allerdings gefördert und der Mensch als Ware und als Grundstock der Gesellschaft angesehen. Jedem Menschen werden durch Veränderung des Genmaterials die Dinge mit auf den Weg gegeben, die er für seine vor der Geburt bereits bestimmte Rolle benötigen wird. Kritisches Denken wird unterdrückt durch die Entfaltung von Konsum, Sex und der Droge Soma. Mitten in diese Welt kommt ein natürlich geborener Außenseiter, der mit Ethik und Shakespeare erzogen wurde und ringt um die Freiheit des Geistes. Auch wenn das Bild eigentlich ein freieres Volk als bei 1984 zeigt, so ist auch hier der Mensch eine Geisel seiner eigenen Ideale und geriet in eine Maschinerie, die aus einem Utopia ein Gefängnis der menschlichen Gesellschaft macht.
12. Fahrenheit 451 ( Ray Bradbury)
Und weil es so schön war noch einmal eine düstere Dystopie. Ich liebe Geschichten in denen ganze Gesellschaftssysteme auf den Prüfstand geschickt werden. Bradburys Fahrenheit ist eine davon. 451 Grad Fahrenheit ist die Temperatur bei der Papier anfängt zu brennen. Hauptcharakter des Buches ist der Feuerwehrmann Guy Montag. Er lebt in einer Welt, in der Bücher verboten sind und die Gesellschaft durch Drogen und Videowände glücklich gehalten wird. Die Simulation von Interaktion reicht dabei den Menschen weitestgehend aus um sie ruhig zu halten. Job der Feuerwehr in diesen Zeiten ist es nicht Brände zu löschen, sondern Bücher zu verbrennen. Sie sind als Wurzel des freien nicht konformen Denkens erkannt worden. Er ist mit seiner Rolle zufrieden, bis ihm eines Tages das Außenseiterkind Clarisse bei einem Gespräch die Frage stellt ob er glücklich sei.Schnell stellt er fest, dass glücklich sein nichts ist, was in diese Gesellschaft passt und nur Zufriedenheit geduldet wird. Das Fernsehen und die monotone Einneblung mit Informationen Macht aus den Menschen glücklose Gestalten. Clarisse und ihre Familie kommen als Feinde der Gesellschaft ums Leben und Montag muss sich selbst seinen Platz suchen. Er flüchtet sich in Bücher und als seine eigene Frau ihn für das Lesen denunziert muss er fliehen.
Eine tolle Gesellschaftskritik, die mich immer schon faszinierte. Ich hatte das Glück eine Umsetzung der American Drama Group auf der Bühne zu sehen und schätze auch heute noch die Verfilmung. Doch nichts ist so intensiv wie das Buch, auch wenn dies eigentlich als Kritik am TV an sich gedacht war und viel weniger als Kritik an Gesellschaftsformen, so hat es Bradbury doch geschafft eine Vision zu erschaffen, die allen eine Warnung sein sollte, die das geschriebene Wort für nicht mehr zeitgemäß halten. Die Lehren der „Anderen“ machen uns erst individuell und einzigartig. Ohne unterschiedliche Impulse wären wir glücklose Teile der Masse.
13. Mutter Courage und ihre Kinder (Bertolt Brecht)
Die Geschichte von Mutter Courage hat mich als Schullektüre keinen Millimeter bewegt. Zu unbequem war das Geschriebene und auch wenn es mich später auf eine Bert Brecht Schule verschlug, war meine Begeisterung für den Mann durchaus immer noch gestört. Erst die Aufführung im Theater änderte meine Einstellung zu dem Stoff und ich schaffte es nochmals, das in der Schule mühsam vorgekaute nochmal neu zu entdecken und für mich zu gewinnen. Die Geschichte der Mutter Courage, die sich als Marketenderin aufmacht um am Krieg zu verdienen ist ein menschlich, bewegendes Schicksal. Nach und nach verliert sie all ihre Kinder an den Krieg und muss sich demütigen und erniedrigen lassen. Dennoch bleibt sie dem Krieg treu und zieht zum Schluss ganz allein den Regimentern hinterher. Ein trauriges Bild für all diejenigen, die am Elend anderer verdienen wollen und nicht sehen, dass man dafür oftmals einen sehr hohen Preis bezahlen muss. Brecht und ich werden nie Freunde und doch ist Mutter Courage eine Versöhnung.
14. Ronja Räubertochter (Astrid Lindgren)
Normalerweise habe ich schlechte Erfahrungen mit Sachen gemacht, die ich mal gelesen und gesehen habe. Meist sind die Bücher um Welten besser. Manche Verfilmungen sprechen mich jedoch an und lassen sich neben dem Buch würdig betrachten. Ronja Räubertochter ist eines dieser Dinge. Ich habe den Film geliebt und vieles was Astrid Lindgren machte. Allerdings hatte ich bis dato noch nie was von ihr gelesen. Ich war nervös und wusste nicht was mich erwarten würde. Ich war erstaunt, als mich ein Werk empfing, dass sich weich an das schmiegte, was ich schon gesehen hatte und keine Brüche beides auseinanderreißen. So ist und bleibt Ronja Räubertochter für mich ein Beispiel, dass gute Literatur auch gut umgesetzt werden kann und ein traumhaftes Märchen, das ich sehr gern gelesen habe.
15. Der Herr der Ringe ( J.R.R. Tolkien)
Schwere Kost zum Schluss meines Rückblicks. Ich wollte es wäre nicht so. Doch mein Versuch den Herrn der Ringe zu ignorieren konnte nur scheitern. Ein wirklich großartiges Buch, das in seiner schwere dennoch grenzenlos ist. Die Geschichte hat jeden in den letzten 10 Jahren bestimmt irgendwo erreicht. Ich las es sehr gern und bevor es überhaupt irgendwann in die Kinos kommen sollte. Ich hatte zuerst den kleinen Hobbit gelesen. Ein süßes Buch, das sich einfach und seicht durch seine Handlung schlängelt und den Leser gern mitnimmt. Dann stürzte ich mich begierig auf den Herrn der Ringe Zyklus und wurde von seiner Macht und Trägheit erschlagen. Ich musste erst lernen ihn zu lesen und zu würdigen. Doch dann las er sich wirklich wunderbar. Die Welt war schön gezeichnet und die Charaktere allesamt sehr schön platziert. Jahre später saß ich in einem Kinofilm und sah zum ersten Mal die Vision von Peter Jackson. Ich erinnere mich noch wie gebannt ich war. Das da, was mir aus Vorberichten als Neuseeland bereits bekannt war, war eindeutig das Mittelerde, das ich aus meinen Beschreibungen kannte. Und ich konnte es kaum erwarten den geliebten Stoff endlich auf der Leinwand zu sehen. Die Filme haben sogar Vorzüge. Die Längen des Originals konnten entschärft werden und dennoch blieb viel von der Dichte auf der Strecke.
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Mit Hamlet willst du nur angeben, oder?!
Mir kannst du’s sagen, ich tratsch es nicht weiter, versprochen!
Herr der Ringe war für mich unlesbar. Allerdings hab ich auch die Kinofilme nicht geschafft. Dabei liebe ich Fantasyfilme, aber die waren sogar mir zu langatmigweilig.
Jedenfalls ist deine Leseliste sehr beeindruckend. Ich sollte auch eine erstellen.
Meine beiden All Time Favorites sind
1. Jack London – Der Seewolf
2. R.L. Stevenson – Die Schatzinsel
natürlich will ich mit Hamlet nur angeben.
Nein ich liebe das echt. Es gab sogar mal einen romantischen Abend mit einer Frau an einem Fluss, mit Wein und Kerzenschein und Hamlet. Hat gezogen.
Herr der Ringe ist wirklich schwere Kost und ich würde niemanden verdammen der daran scheitert. Den Hobbit würde ich dennoch empfehlen!
Die beiden von dir erwähnten Bücher habe ich nun wieder nicht gelesen. Generell finde ich meine Liste zu Sci Fi und Fantasylastig.
Lieber Herr Schonzeit,
mein Lieblingsklassiker ist Faust, aber Shakespeare mag ich auch sehr gern. Nicht, dass ich das täglich lese, aber trotzdem mag ich das sehr gern. Den Fänger im Roggen hab ich natürlich auch gelesen, im Englischunterricht und auch ich mochte das Buch, OBWOHL es Unterrichtsstoff war.
1984 war mir zu futuristisch, DAS lag aber vielleicht wirklich an der Englischlehrerin:-)
Liebe Grüsse Andrea
Vor faust habe ich einen heidenrespekt. Ich stehe mit Goethe auch nicht so gut da. Die leiden des jungen Werther waren auch die Leiden des jungen Schonzeit.
Ich bin ja ein großer Fan von Science Fiction und ich könnte noch viel mehr Sci Fi in dem Blog bringen. 1984 ist ein herrlicher Roman. Mit vielen sehr nachdenklich machenden Ansätzen. Wirklich. Und Lehrer können einem viel vermiesen, wenn sie doof sind. Das stimmt.
Hallöchen, Toller Beitrag. Ich stand sogar Nachts an einer Buchhandlung an, um mit als erste den damals neusten Harry Potter Band lesen zu können.
ich hab mir das zwar ein oder zweimal brav angesehen, was für ein Spektakel darum gemacht wurde, aber eher durch Zufall. Ich hab dann lieber brav darauf gewartet, dass mir der Postbote das gute Stück am Erscheinungstag nach Hause trug.
Lieber Herr Schonzeit, ich hatte das grosse Glück, einen wirklich grossartigen Deutschlehrer zu haben, der uns den Faust wirklich nahe bringen konnte…Ich mag Sci Fi nicht besonders gern, in diesem Fall könnte es tatsächlich am Lehrer gelegen haben… Liebe Grüsse Andrea
meine Deutschlehrer hatten das mehr mit Max Frisch und Bert Brecht.
Im englischen haben wir nicht viel gelesen. ich erinnere mich nur an den großen Gatsby irgendwie.