Schon - Zeit

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Schwarz-Roter Schwanensee

Verfasst von Schonzeit am Dienstag, 27.Mai 2008

Von links kreuzt nun den Blick der Welt

Ein purpurroter Schwan,

was, egal wie man‘s sonst auch hält,

nur Ärger bringen kann.

Das schwarze Meer ist abgeneigt,

stiehlt man ihm hier die Show.

Denn auch wenn man es sonst gern zeigt,

mag man’s nicht farbenfroh.

Das Meer ist aufgewühlt und wild,

der Schwan darf hier nicht sein.

Weder ihn will man hier im Bild

Noch ein hässliches Entlein.

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Der Gedanke

Verfasst von Schonzeit am Montag, 19.Mai 2008

Immer wenn ich mich entspanne und an nichts zu denken wage, dann schleicht sich dieser Gedanke in meinen Kopf. Plötzlich ist er da und schaut mir virtuell über meine Schulter. Belächelt was ich tue und bestimmt umgehend mein Denken.

Ich wende mich direkt an ihn und sage ihm, dass er sich nicht in mein Leben einfach so einschleichen sollte. Er grinst zurück mit seiner süßen körperlosen Art.

So soll es ja auch sein, säuselt er mir ins Ohr mit Honig und Milch.

Ich fühle wie ich mich von diesem Gedanken manipulieren lasse, oder manipuliere ich mich gar selbst? Schließlich ist der Gedanke ja in meinem Kopf entstanden. Er kann mir eigentlich gar nichts vorschreiben, da er nur ein Teil von mir ist.

So soll es ja auch sein.

Da! Er ist ein Teil von mir, doch war er das schon immer? Entstand er irgendwo in den endlos verwinkelten Windungen meines Geistes und hat nur seine Spuren so stark verwischt, dass ich seinen Ursprung nicht mehr finde? Oder kam er gar von außen? Setzte sich fest an der Rinde meines Hirns, nährte sich von meinen kreisenden Gedanken und schlug wurzeln? Immer weiter verästelt in meinem Gedächtnis und meinem Selbst. Langsam bohrend, so dass ich nicht merke, wie er sich immer weiter ausbreitet. Bis er schließlich ein Teil von mir wurde, dass ich nicht mehr verleugnen kann, dass ich brauche um meinen Tag beschreiten zu können?

So soll es ja auch sein

Sei still. Ich versuche mich zu konzentrieren. Du wirst nicht Besitz von mir ergreifen. Ich muss herausfinden, wie ich dir nicht verfalle. Wie ich mich nicht von dir in eine Richtung treiben lasse wie in einem reißenden Fluss, der stetig einem Abgrund entgegen rauscht. Ich will mich zur Wehr setzen gegen dich. Gegen den Strom schwimmen und das Wasser aus meiner Lunge pumpen, dass mich zu betäuben droht. Dich aus meinem Kopf verbannen mit all der Macht meiner Gedanken. Ich will mich konzentrieren darauf. Will dich entwurzeln, wie einen mächtigen Baum im Sturm und meinen Geist reinwaschen von dir.

Ich spüre dich.

So soll es ja auch sein.

Das hast du dir fein ausgedacht. Du schleichst dich hinein, wie ein Dieb in stiller Nacht und ich komme nicht mehr um dich herum. Bist wie ein kleines Kribbeln in mir. Ein kribbeln, dass zuerst angenehm wie streicheln wirkt und nun ein Jucken wurde an einer Stelle die ich mit meinen Fingern nie erreichen kann. Keinen Schritt kann ich tun ohne an dich zu denken. Ohne dir Tribut zu zollen und mich von dir beherrschen zu lassen.

So soll es ja auch sein.

Nein. So sollte es nicht sein. Ich sollte bestimmen können was ich denken will und was nicht. Ich sollte die Macht haben über meinen eigenen Geist zu bestimmen. Du bist körperlos und kannst mich nicht berühren. Du kannst mich nicht festhalten und in Schranken weisen. Du kannst mich nicht auf die Knie zwingen oder mich sanft in den Arm nehmen. Und doch hast du Macht über mich.

Nein. Sag es nicht. Ich weiß schon, was du sagen willst und ich wehre mich dagegen. Ich bin stark im Geist. Kann mich auch entspannen ohne an dich zu denken. Kann mein Leben leben. Es ist mein Leben und nicht deins. Du bist eine seelenlose Ansammlung von Elektrizität in mir. Kannst mich nicht berühren und doch kitzelt der Strom von dir ständig über meine Neuronen, meine Nervenbahnen entlang wie ein sanfter Wind. Aber ich gehöre mir.

So soll es ja auch sein.

Ein Zugeständnis von dir? Das hätte ich nicht gedacht. Ich freue mich und bin angenehm überrascht. Fühle mich frei und gar nicht von dir beherrscht. Fühle wie ich mich entfalten und mich fallen lassen kann ohne Angst vor dir zu haben.

So soll es ja auch sein.

Ja ich habe keine Angst vor dir. Ich bin ein freier Mensch, der den Sonnenschein genießen kann ohne daran zu denken, dass du eigentlich bestimmst was für mich Sonne ist und was nicht.

So soll es ja auch sein.

Genau. Jeden Schritt den ich tue, tue ich für mich ohne auch nur daran zu denken wie du diesen Schritt für mich getan hättest.

So soll es ja auch sein.

Jaha. Ich bin ein freier Mensch. Ich merke dich nicht.

So soll es ja auch sein.

Doch warte. Bestärkst du mich etwa? Lässt du deine Zügel locker um mir das Gefühl zu geben frei von dir zu sein? Lässt du mich wie eine Marionette an den Seilen zu deiner Belustigung tanzen und manipulierst du mich ganz fein und sacht von der langen Leine aus?

Ich spüre dich. Das habe ich dir schon mal gesagt. Und doch ist es gelogen. Ich kann dich nicht fühlen. Wo bist du? Du hast dich vor mir versteckt. Du willst, dass ich mich nach dir sehne und dass ich gar nicht anders kann als an dich zu denken.

So soll es ja auch sein

Ich hab dich. Nun halte ich dich fest. Halte mich fest an dir. Lasse dich nicht los. Will nicht wie dieses Hündchen sein, dass beim klingeln einer Glocke anfängt zu sabbern. Nein. Dazu bekommst du mich nicht. Vor allem wenn auch deine Abwesenheit diesen Effekt auslösen kann.

Dann denke ich nur noch an dich. Das hast du davon. Ich schlage dir ein Schnippchen. Ich trickse dich aus. Pausenlos wirst du im Scheinwerferlicht stehen meines Geistes. Spürst den Fokus meines Ichs auf dich gerichtet. Wie bei einem Verhör. Nur Dunkelheit und in der Sonne stehst du. Du kleiner Gedanke. Visiere dich solang an bis du das Zentrum meines Universums bist. Alles an das ich denke bist du. Immer und ewig.

So soll es ja auch sein.

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Die Suche

Verfasst von Schonzeit am Sonntag, 10.Februar 2008

Warte kurz. Das kann doch alles nicht angehen. Irgendwo muss ich dieses verdammte kleine Teil doch haben. Gestern lag es noch auf meinem Nachtschrank. Heute ist es weg. Ich habe es nicht bewegt. Vielleicht hat es sich heimlich von selbst davon gestohlen. Hat einfach ohne mich zu fragen eine eigene Seele entwickelt und ist dann von dem Holz imitierenden Nachtschrank einfach auf den Boden gehüpft und davon gestapft.

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Tagendträume

Verfasst von Schonzeit am Sonntag, 25.November 2007

Der Tag neigt sich dem Ende entgegen. Noch einmal verbeugt sich die Sonne zum letzten Vorhang bevor sie entschwindet um an anderen fremden Orten ein Gastspiel zu geben. An anderen Orten von denen ich bisher nicht mal zu träumen wagte. An denen andere Menschen auf die selbe Sonne schauen und vielleicht wie ich einen Moment inne halten in Gedanken an die Mächtigkeit dessen was um uns herum passiert. Augen die so vieles gesehen haben und die so viel erträumt haben sehen dasselbe wie ich. Ein Blitzen und Blinken bis zum Abgang.

Die Tatsache, dass die Welt sich immer weiter dreht und dieser Moment in dem man jeden einzelnen Sonnenstrahl zählen könnte schon nach dem nächsten Augenschlag nicht mal mehr eine Fußnote in der Geschichte ist, scheint atemberaubend. Vergänglich, zerbrechlich und kostbar wie ein Atemzug.

Als sich die Sonne endgültig durch den letzten Kuss des Horizonts verabschiedet hat ist es Zeit für mich den Abend zu begehen. Das Teewasser im Kessel brodelt bereits vor sich hin während die Nacht ihr Lager aufschlägt und sanft und kühl die Welt ummantelt. Ein altmodischer Kessel steht auf dem Herd in dem das Wasser durch Zufuhr von Hitze des Herdes dazu gebracht wird sich im fröhlichen Tanz der Moleküle immer mehr aufzuheizen. Einen Reigen einzugehen und die Temperatur immer weiter unaufhörlich nach oben zu schrauben. Der elektrische Wasserkocher hätte viel schneller das gewünschte Ergebnis erbracht, doch geht es nicht immer nur um die Zeit. Sondern auch um ihren Wert. „Schneller“ ist die Inflation von Zeit. Dieser Kessel vergoldet das Wasser.

Schließlich kommt auch hier der Punkt an dem das Wasser sich emporhebt und beginnt zu schweben. Immer mehr von ihm drängt sich in Blasen nach oben und löst sich von dem Geschehen in dem Kessel. Angetrieben von dem Drang immer Höher aufzusteigen betätigt der Dampf die Pfeife um zu zeigen dass es sich in die richtige Stimmung gebracht hat um Teil meines Tees zu werden. Einen Moment lang in meinem Leben den Mittelpunkt zu bilden und mich zu erquicken. Die Fußnote des Tages. Der Nachgeschmack des Lebens auf meinem Sofa.

Dort findet sich mein Ruhepol mit ein paar brennenden Kerzen und einem Stövchen, das den Tee bei Laune hält. Es ist nicht die Welt und doch ist es ein Teil von ihr und in dem Moment wo ich die schwere Keramiktasse mit dem wohlduftenden Tee ansetze und in meiner Nase Fenchel und Honig ein Fest feiern ist die Welt genau das. Sie ist das Sofa unter mir, sie ist der Duft des Tees und sie ist die warme Tasse in meiner Hand. Sie ist die Kerze und das Ticken der Uhr, das im Gegensatz zu allem anderen in diesem Raum nicht warm sondern eiskalt und fast eingefroren klickt. Und sie ist der Geschmack auf meiner Zunge der schließlich diesen alles umfassenden wohligen Seufzer auslöst.

Zug um Zug gönne ich mir jede meiner Fasern mit diesem Teil der Welt zu vereinen und mich treiben zu lassen. Eine Etage tiefer läuft der Fernseher mit den aktuellsten Nachrichten aus der Welt. Mit Ereignissen von Orten wo die Sonne jetzt ist, oder wo sie bald wieder sein wird und meist wo die Leute sie nicht mal wahrnehmen, weil die Welt für sie nicht nur aus einem Sofa und den einfachen kleinen Dingen besteht, sondern wo die Welt ein wichtiger Ort ist an dem aufregendes und schreckliches passiert.

Und wenn ich den Fernseher anmache, dann werde ich wieder Teil von ihr. Öffne ein Tor und schaue durch ein Fenster, das mir mehr zeigt als die kleine Straße einige Meter unter mir und den Rasen und die Bäume. Dann bin ich wieder ein Teil des Ganzen statt mich ganz auf die Teile zu konzentrieren.

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Verfasst von Schonzeit am Sonntag, 16.September 2007

Der Moment wo du die Augen schließt
Und dich von da an der Musik hingibst

Zeigt dir wie ein Augenblick sein kann
In dem man sich total verliert und dann

Wenn der Rhythmus dich zum kochen bringt
Die Melodie in dein Gehirn eindringt

Davon fühlst du dich dann inspiriert
Und jede Faser in dir die vibriert

Zeigt dir du bist wirklich richtig hier
Und dieser Augenblick gehört nur dir

Bis du wieder durch die Augen siehst
Sich letztlich alles dir ganz neu erschließt

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Die Kunst des „Nichts Aussagen“

Verfasst von Schonzeit am Samstag, 14.April 2007

Mit lauten Pauken und Trompeten
Marschieren wir in allen Städten
Und träumen von Vergangenheit
Zum Rückschritt sind wir stets bereit
Denn hinter uns die braune Masse
Finden wir einsame Klasse
Wir treten rein, es liegt nicht fern,
Denn gleich und gleich gesinnt sich gern

Und auf der anderen Seite waren da noch die berühmten letzten Worte des Linksextremisten der an Verstopfung litt.
„Mir geht alles Braune am Arsch vorbei und wenn es das Letzte ist was ich tue.“

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Poesie

Verfasst von Schonzeit am Freitag, 15.September 2006

Am Himmel oben weit und fern
Blinkt ein ganz besonderer Stern
Beim Anblick trifft mich Trennungsschmerz,
doch wärmt sein Licht tief drin mein Herz

Das Licht scheint auf mich, strahlt so hell,
sagt ich komm zu dir richtig schnell
Wärm dich, halt dich, ganz natürlich
Und zeig damit, ich liebe dich

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